#39: Neonatologie – Stark für die Kleinsten | Cordula Fach, Birgit Raabe und Prof. Dr. Daniel Klotz
Shownotes
In dieser Sonderfolge von „Vierundzwanzigsieben“ geht es um Frühgeborene und die Frage, wie die Allerkleinsten bestmöglich ins Leben begleitet werden können. Zu Gast sind aus dem EvKB Cordula Fach, Musiktherapeutin, Birgit Raabe, pflegerische Leitung der Neonatologie, sowie Prof. Dr. Daniel Klotz, Neonatologe, Kinder- und Jugendmediziner und pädiatrischer Intensivmediziner. Gemeinsam geben sie Einblicke in eine Medizin, die sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt hat: Heute geht es nicht mehr nur darum, ob ein Kind überlebt, sondern wie es überlebt.
Im Mittelpunkt steht eine familienzentrierte Versorgung, bei der Mütter und Väter von Anfang an begleitet und aktiv eingebunden werden. Nähe, Bindung und interprofessionelle Zusammenarbeit spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Folge zeigt, wie Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie Therapeutinnen und Therapeuten Hand in Hand arbeiten, intensive Erfahrungen teilen und Familien in dieser Ausnahmesituation Halt und Entscheidungshilfen geben.
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00:00:03:
00:00:12: Herzlich willkommen zum Podcast Vierundzwanzig Sieben und ich freue mich über eine neue Spezialfolge, zu der ich drei wunderbare Gäste begrüße.
00:00:20: Ich begrüse ganz herzlich Cordula Fach Musiktherapeutin dann begrüßt sich Birgit Rabe Pflegerische Leitung der K-II Neonatologie und ich begrüasse Professor Daniel Klotz als Kinder- und Jugendmediziner, Neonatologe und pädiatrischen Intensivmedizine.
00:00:39: Herzlich willkommen schön dass Sie da sind!
00:00:42: Vielen Dank!
00:00:44: Wir wollen über ganz kleine Menschen reden, über ganz ganz kleine menschen die eigentlich in dem Moment wo sie mit ihnen zu tun haben noch wenn alles normal laufen würde wohlig im Mutterleib sein sollten.
00:00:59: aber wenn die bei ihnen sind sind die früher als gedacht auf die Welt kommen.
00:01:06: Da denkt man ja zunächst einmal, da ist viel Medizin und Pflege notwendig.
00:01:10: das ist sicher auch so.
00:01:11: darüber wollen wir ins Gespräch kommen.
00:01:12: aber wir wollen mal mit einer Besonderheit anfangen denn offenbar gibt es erst mal Musik.
00:01:19: Was macht denn Musik bei Frühgeborene?
00:01:22: Die Musik bei Frühgeborenen fängt eigentlich schon an, wenn sie tatsächlich noch im Mutterleib sind.
00:01:27: Bei vielen Frauen wird es schon ... Wenn die als Risikoschwangerin die Klinik aufgenommen werden, Musiktherapie angeboten.
00:01:34: Wenn Sie eine lange Verweildauer auf der Gynäkologie haben und psychisch einfach sehr belastet sind.
00:01:40: Dann geht's in der Musiktheraipie darum, die Mütter aber auch die Kinder zu begleiten, eine Bindung aufzubauen möglichst zu entängstigen Durchgespräche, aber auch durch die Musik, die wir es beruhigend hoffentlich hat.
00:01:56: Wo die Mütter aus einer, ich nenn's jetzt mal Schockstarre über diese drohende Frühgeburt handlungsfähig gemacht werden indem sie selber zum Beispiel mit musizieren, summen und Texte für bekannte Melodien umschreiben auf die Beziehung zu ihrem Kind spezialisiert und wirklich aktiv werden können.
00:02:18: Selber auf Instrumenten spielen, die jeder spielen kann um für die Kinder bis Gutes zu tun für sich selber und es geht wirklich um Beruhigung und Kontaktaufbau in dieser Phase.
00:02:31: Und dann sind wir hinterher wenn diese Kinder dann geboren wurden.
00:02:36: in der Regel viel zu früh auf der Intensivstation begleiten die Kinder aber auch die Eltern weiter geht immer wirklich ums ganze Familiensystem.
00:02:45: Da kann es motivierend sein, für die Kinder Klänge zu hören.
00:02:49: Kann aber auch nach wie vor beruhigend sein je nachdem wie die Kinder sich zeigen.
00:02:53: und in der Musik geht's nie darum den Kindern bis vorzuspielen sondern die Reaktionen die ich bei den Kindern beobachte im Musik umzuwangeln also praktisch ein Spiegel der Reaktion der Kinder hörbar werden zu lassen.
00:03:08: Und das heißt, ich beobachte die Atmung den Puls.
00:03:12: Die Sauerstoffsetigung Bewegungen gibt's Unruhe bei den Kindern oder gibt es sehr viel Schlafheit und das wird in die Musik aufgenommen, also praktisch eine Komposition dessen, was ich da sehe und beobachte.
00:03:27: Und dann kann ich das ein bisschen abwandeln.
00:03:28: Also wenn Kinder sehr unruhig sind zum Beispiel das erst so zu vertonen aber dann allmählich ruhiger zu werden und die Kinder passend sich ins Gut läuft dem an.
00:03:38: Dann kann ich über die Monitor sehen wie Sauerstoffsättigung steigt.
00:03:42: im Idealfall der Prüls geht runter, der Tonus wird entspannter.
00:03:48: So, erstmal ganz grob.
00:03:49: Okay also ich höre du bist keine wandelnde Musikbox die auf Wunsch von Klassiküberschlager bis aktuellen Pop alles zu bieten hat sondern sehr sensibel und beobachtend auf das Kind reagiert und dann etwas aus dem Repertoir holt oder neu vielleicht auch komponiert und erfindet.
00:04:07: da kommen wir gleich mal drauf.
00:04:09: Ich will aber gerade mal den Weg gehen zu Ihnen Professor Klotz Hier durchgehört, so wie Cordula Fach offenbar eine Wandermusikerin ist.
00:04:19: Weil sie durch die Abteilung wandert von den Pränatalen hin zu denen das Kind geboren ist.
00:04:25: Wo würden Sie denn sagen beginnt der Neonatologie für Sie?
00:04:29: Letztendlich ist Neonatalogie einfach an der Schnittstelle zwischen der Geburtshilfe und der Pediatrie der Kindermedizin.
00:04:38: Es gibt ja auch den Begriff Perinatologie.
00:04:40: Das heißt, das betrifft die Betreuung des noch ungeborenen Kindes im Mutterleib bis hin dann zum Abschluss der Frühgeburtlichkeit und in anderen Ländern gibt es das auch als Fach – das gibt es bei uns in Deutschland aber nicht!
00:04:54: Wir sind da noch sehr unterteilt in die unterschiedlichen Fachdisziplinen, Unterm Strich ein ganz großes Team und das Kind läuft entlang einer Behandlungskette, die schon anfängt im Niedergelassenen, im ambulanten Bereich bei den niedergelassenen Frauenärzten bis hin dann zur Prenataldiagnostik hier bei uns.
00:05:15: Dann die spezialisierte Geburtshilfe des Hebamteams was dann die Mütter im Kreis damit versorgt mit den Geburthelfern Und dann geht es letztendlich in unsere Hände über der frühgeborene Medizin mit unserem ärztlichen und pflegerischen Behandlungsteam.
00:05:31: Dazu gehört auch, wir haben schon gehört die Musiktherapie und noch andere zusätzliche Angebote, die wir alle haben bis nach der Entlassung dann in die spezialisierte Nachsorge wie sie zum Beispiel im sozial-pediatrischen Zentrum stattfindet.
00:05:47: also man sieht das Kind durchläuft eine ganze Reihe im Mutterleib und außerhalb des Mutterleibs, ganze Reihen von Behandlungsteams die alle darauf abgestimmt sind hier eine optimale Behandlungen und optimale Pflege.
00:06:01: Und letztendlich eine optimal Entwicklung dieses Kindes zu ermöglichen um ihn einen bestmöglichen Staat ins Leben zu gewährleisten.
00:06:10: Das heißt aber auch, dass Eltern in der Regel auf eine solche Frühgeburt gut vorbereitet sind?
00:06:16: Oder erleben sie das auch manchmal als eine spontanen Geburt.
00:06:19: Wo ich denke heute bin ich in einer... was weiß ich, dem zwanzigsten Schwangerschaftswoche und jetzt kommt plötzlich mein Kind.
00:06:24: oder ist es eher unwahrscheinlicher weil sich die Anzeichen früh verdichten und es gibt frühen Diagnostik und der Weg ist begleitet.
00:06:32: Das Ziel sollte natürlich sein alle Familien auf eine drohende Frühgeburt und auf eine Frühgebotlichkeit vorzubereiten, aber die Realität zeigt das ist nicht immer möglich.
00:06:43: Wir haben ja kindliche Ursachen und mütterliche Ursachen, die dann zu der Frühgebottlichkeit führen, kindliche Ursachen beispielsweise – da sieht schon der niedergelassene Frauenarzt, dass das Kind im Mutterleib sich nicht optimal entwickelt und dann geht es in die Prenataldiagnostik.
00:06:59: Und dann kann man auch dahin kommen, dass man sagt wir brauchen oder ab einem gewissen Punkt müssen wir jetzt die Entbindung vornehmen um das Kind außerhalb des Mutterleibles behandeln zu können oder ihm eine optimalere Entwicklung gewährleistend zu können wenn zum Beispiel der Mutterkuchen jetzt nicht all das dem Kind zur Verfügung stellen kann was es eigentlich bräuchte.
00:07:20: aber natürlich gibt es auch Mütter und gerade die sind, können sich sehr plötzlich manifestieren.
00:07:26: Sind dann schwer zu kontrollieren.
00:07:28: also wie zum Beispiel die Eklamsie.
00:07:31: das heißt man nennt es auch Schwangerschaftsvergiftung das heißt dass die Mütter dann plötzlich sehr schnell sehr krank werden und die einzige Möglichkeit dem Müttern zu helfen ist die Schwangersschaft zu beenden.
00:07:42: und dann kommt es.
00:07:43: natürlich trifft man auf meine Eltern man trifft oder Familie.
00:07:46: Man trifft auf die Familie, die gut vorbereitet ist, wo wir auch von der medizinischen Seite her eine gute Vorbereitung des Kindes auf die Frühgeburt haben und man trifft auch die Eltern, die wie es gerade beschrieben worden sind sich in einer absoluten Ausnahmesituation und Schockstarre befinden und einfach noch ihren Weg in das Elternsein finden zu müssen.
00:08:07: Frau Rabbe können Sie sich erinnern welches das jüngste Frühgeburne ist was sie auf den Arm hatten?
00:08:12: Auf dem Arm.
00:08:13: Ja, oder begleitet haben?
00:08:15: Also ich würde jetzt sagen kennt in der knapp dreinzwanzigsten Schwangerschaftswoche also wirklich ein sehr kleines Kind um.
00:08:21: Ist das
00:08:22: auch so dass das Möglichste was geht oder wo stehen...
00:08:26: Das ist ja so'n bisschen Grenzbereich.
00:08:28: aber ich würde schon denken, dreinswanzigste Schwangersschaftswochen ist und das wo was geht alles davor ist schon sehr schwierig.
00:08:38: Wie muss ich mir das vorstellen?
00:08:41: Ich habe so die Fantasie, dass diese pflegerische Arbeit auf der Neonatologie sowohl die ärztliche als auch die pflegerische ist in einer absoluten Ausnahmesituation für Eltern.
00:08:53: Wie schafft man es da einen Vertrauensverhältnis aufzubauen?
00:09:00: Situationen, wo irgendwie auch wenn gut vorbereitet und begleitet aber doch alles anders gekommen ist als man sich das als Eltern eigentlich erwünscht und erträumt.
00:09:08: So eine Schwangerschaft und Geburt.
00:09:10: Ich arbeite natürlich durch sehr viel Empathie.
00:09:13: also die Kollegen oder die pflegirischen und ärztlichen Mitarbeiter, die bei uns arbeiten sind schon.
00:09:18: Die machen ihren Beruf sehr gerne und versorgen auch die kleinen frühgeborenen oder Neugeborenen sehr gerne ist, glaube ich schon der erste Punkt.
00:09:28: Dass die Eltern auch erleben dass wir die Kinder sehr gerne versorgen und sehr gut versorgn und das wir uns aber glaube ich sehr gut in die Eltern hineinversetzen können wie es ihnen gerade geht und sie mitnehmen und Sie versuchen da abzuholen sie nicht zu überfordern sie erstmal vielleicht ankommen lassen auch in ihrer Schockstarre und dann langsam daran führen ihre Kinder berühren, was mit ihren Kindern selber machen.
00:09:55: Also wirklich so die Angst überwinden, ihre Kinder anzufassen und da Kontakt aufzunehmen.
00:10:02: Ich kann mich erinnern ganz früher als ich meine Ausbildung beendet hatte und auf der frühen Intensivstation angefangen habe, da durften ja Eltern kaum in den Inkubator fassen.
00:10:12: Da gab es Besuchszeiten, da hat man gesagt Bitte nicht und bitte nur eine halbe Stunde.
00:10:17: Und Sie dürfen einmal die Klappe aufmachen vom Inkubator, wenn man sich das heute überlegt ist es der helle Wahnsinn weil heute sagt man sobald wie möglich und berühren sie ihr Kind.
00:10:28: wir wollen dass sie selber aktiv werden dass sie die Kinder halten dass sie Vorrichtungen übernehmen.
00:10:34: Das hat sich komplett gewandelt das Bild was richtig
00:10:37: gut ist.
00:10:37: aber ich glaube die pflegenden sind ein.
00:10:40: also das spiegelt sich wieder dass sie gerne ihren Beruf ausüben und dass sie die Eltern verstehen.
00:10:46: Und das ist so die Basis für die Arbeit.
00:10:49: Es ist ja in der menschlichen Natur nicht für umsonst so eingerichtet, dass eine Schwangerschaft in der Regel wenn es gut geht knapp vierzig Wochen verläuft.
00:10:57: Das kann man sich erahnen, dass das für so ein Kind auch eine traumatische Erfahrung ist, wenn's da zwanzig Wochen zu früh vielleicht nicht, aber fünfzehn bis sechzehn Wochen zur Früh rauskommt.
00:11:09: Ist das etwas, wo Sie sagen, dass es auch der Teil, der sich kundlegend in der Versorgung sowohl pflege- als auch medizinisch verändert hat?
00:11:16: oder was hat sich so verändert?
00:11:18: In der Versorgnung, wo man drauf blickt.
00:11:20: In den letzten Jahren gab's da bestimmte Schritte, die sie selbst erlebt haben weil sie gerade so angedeutet haben.
00:11:26: Früher
00:11:28: gab's noch Besuchszeiten.
00:11:29: jetzt legt man viel Wert darauf, dass Eltern eine nahe Bindung haben, was ja irgendwie logisch ist, dass das Kind diese Bindung zur Mutter behält denn eigentlich sollte es noch in ihr sein.
00:11:38: Ich denke, die zwischen den Achtziger und Neonatologiejahren waren noch sehr davon geprägt, dass man um das Überleben der Kinder gekämpft hat.
00:11:49: Da stand vor allen Dingen die Beatmung im Vordergrund.
00:11:54: Es war eine sehr maschinell geprägte Zeit in der Neonatalogie Und ich denke, mit den immer besseren Überlebenschancen und auch Überlebenzahlen die wir gesehen haben bei diesen Kindern hat sich der Blick so ein bisschen gewandelt.
00:12:08: Es geht jetzt nicht mehr um die Frage ob die Kinder überleben sondern wie überleben die Kinder?
00:12:13: Und damit rückt natürlich auch gleichzeitig dieses langfristige Outcome dieser Kinder in den Vordergrund.
00:12:23: viel in der Behandlung dieser Kinderinsofern verändert, als dass wir auch in der Pflege, denke ich jetzt mal so einen anderen Blick haben und wir besonders die Familien eine familienzentrierte Pflege und eine familiezentriertbehandlung anstreben.
00:12:40: Und uns so als Mediziner so bald es möglich ist aus dieser Behandelung nicht herausziehen.
00:12:47: aber die Eltern wie du auch schon beschrieben hast habe heranziehen und sie mitnehmen.
00:12:54: Welch kannst du da noch dazu was ergänzen?
00:12:57: Ja, ich denke das ganze Kängerohing.
00:12:59: Also früher war man ja eher Angst gehabt vor Infektionen da.
00:13:03: Ist das ja erwachsen?
00:13:03: Dass man gedacht hat die Kinder müssen abgeschirmt werden.
00:13:06: Man soll sie möglichst wenig Kontakt von außen keine Keime herantragen und dann hat sich das schon gewandelt dass man gesagt hat man traut den Kindern auch was zu.
00:13:15: Die können auch was auch wenn sie sehr klein sind.
00:13:18: und die Bindung zu den Eltern ist wichtig und man gibt es hier den Eltern ziemlich früh auf die Brust damit die Bindung entsteht und das ist gut fürs Kind.
00:13:27: sich besser.
00:13:28: Die Geräte sind so ein bisschen in den Hintergrund gerutscht, also ich finde auch so man war irgendwann mit der Gerätemedizin am Ende da gab es keine Neuerungen und dann hat man gesagt naja jetzt müssen wir irgendwie gucken was machen wir denn jetzt noch?
00:13:41: Und dann kamen Menschen die gesagt haben jetzt versuchen mal anders Und das hat sich dann langsam durchgesetzt.
00:13:48: Das ist der Weg zum Erfolg, finde ich.
00:13:51: und auch früher sind Kinder nach Hause gegangen, da hatten die Eltern ... Die wussten überhaupt nicht was sie erwartet zuhause, die kannten ihre Kinder überhaupt nicht.
00:13:58: Das war wirklich so!
00:13:59: Ja... Und jetzt haben Sie Ihre Kinder selber versorgt, sind über eine Station gegangen wo Sie selber mit aufgenommen sind mit Ihren Kindern.
00:14:07: Wenn Sie mit Ihrem Kind nach Hause gehen, dann haben Sie die Situation vorher Im Kinderzentrum hat der Station K-III schon miterlebt.
00:14:14: Dann haben sie ... Kennen Sie ihr Kind?
00:14:17: Ja,
00:14:18: das ist ja noch mal wichtig zu sagen, weil es gar nicht von irgendwie in den Zahlen klar ist aber ist mir irgendwann bewusst geworden dass die Eltern über eine lange Zeit begleiten.
00:14:27: Das ist ein langer Zeitraum.
00:14:28: jetzt wo sie gerade sagen nach Hause gehen, dass sie nehmen ja ne große Bindung da also bauen ja vier Beziehungen auf.
00:14:36: Cordela wenn du als Musiktherapeutin da auftaust Überrascht das eigentlich Eltern, wenn eine Musiktherapeutin da herkommt?
00:14:43: Weil das ist jetzt nicht das Erste womit ich rechnen würde.
00:14:45: In der Regel ja.
00:14:47: In den Regeln ist es so, dass die Eltern davon auch noch nie gehört haben und eher positiv aber darauf verlieren.
00:14:54: Und ich denke, es geht hier um diesen ganzheitlichen Ansatz also Medizin, Pflege und die Therapien, die begleiten, sodass die Kinder oder die Familien insgesamt wirklich komplett betrachtet werden.
00:15:08: Und für mich ist es so, dass ich denke, es gibt im Idealfall schon eine Bindung zwischen den Eltern und dem Kind.
00:15:16: in der Schwangerschaft, dann kommt die Entbindung und dann geht es eben drum auf der Station wieder eine Bindung herzustellen.
00:15:22: Aber ne ganz neue, ne ganz andere ja weil die Kinder da sind wir können sie sehen und die Eltern können Sie sehen, können Sie anfassen, können sie auf dem Bau haben und diese Bindung zu ermöglichen durch Entängstigung, Durch Anleitungen in der Pflege ja die Kinder wirklich berühren zu dürfen.
00:15:40: Und was mir immer wichtig ist ich betrachte Eltern nie als Besuch sondern die gehören einfach dahin zum Kind.
00:15:47: Und diese Entbindung schon passiert ist, es ja dramatisch oftmals und ich denke das ist kein Besuch, sondern eine Einheit und zu Besuch können Großeltern kommen oder Freunde bestenfalls.
00:16:00: Deswegen ist mir immer wichtig wirklich auch in dieser Musiktherapie um die Eltern anzuleiten, zu handeln und alles was wir an Ressourcen haben und an Fähigkeiten im Umgang mit den Kindern zu normalisieren und das zu entängstigen.
00:16:16: Und die Eltern haben ja Berührungsängste, weil die Kinder wirklich nie klein und zerbrechlich sind.
00:16:22: Die Angst haben, sie machen das kaputt oder sie machen es falsch.
00:16:24: Es spielt hier auch ein schlechtes Gewissen-Rolle, wo man immer wieder drüber sprechen muss, dass Sie nichts falsch gemacht haben, das zu dieser Frühgeburt gekommen ist.
00:16:34: Ich glaube dieses ganz allumfassende eben ... Ja, die Therapien, Gespräche mit Ärzten, mit Pflege, mit Interabreuten Das ist einfach so ein kompakt Paket, das gut tut und Musik berührt natürlich auch die Eltern.
00:16:49: Manchmal ist es dann sehr emotional.
00:16:53: Aber ich denke, das sind ja Emotionen, die sowieso da sind.
00:16:56: Die dann einfach rauskommen.
00:16:57: Die werden nicht durch die Musiktherapie hervorgerufen, sondern es sind Emotonen, die gibt's schon und die finden einen Weg und werden vielleicht auch hörbar über die Musik und kriegen so einen Ausdruck.
00:17:09: Lass uns doch noch ein Moment verweilen, wenn ich dir mal grade gedanklich über die Schulter schauen darf bei einer Musiktheraipie-Sitzung in der Neonatologie.
00:17:16: Was passiert?
00:17:16: Da kommst du mit dem Klavier rein oder mit der Gitarre... Also muss ich mir davor stellen.
00:17:21: Trompete!
00:17:23: Nein, also es gibt zwei Hauptinstrumente die ich wähle.
00:17:26: Das eine nennt sich Sandsula das ist...
00:17:28: Ist der bekanntesten Instrumente?
00:17:30: Nein,
00:17:31: gar nicht!
00:17:33: Es war der
00:17:34: Versuch eines Spaßes, entschuldigt.
00:17:36: Nennt man auch Daumenklavier.
00:17:37: Das ist auf den Fell aufgezogen dadurch vibriert und macht einen sehr weichen und leisen Klang aber mit verschiedenen Tönen.
00:17:46: Und dann habe ich eine Klangwiege.
00:17:48: Das ist ein Instrument ähnlich wie eine Hafe, muss man sich vorstellen mit vierundzwanzig Seiten die aufgezogen sind.
00:17:54: Die sehr Einhöhlen vom Klang her.
00:17:57: Wenn die Kinder größer sind legen wir sie auch auf diese Klangwiege drauf und spielen von unten so dass dann wirklich auch körperlich das wahrgenommen wird und in dem Fall zum einen entspannen kann bei Kindern, die sehr angespannt sind.
00:18:13: Aber auch motivieren kann sich zu bewegen durch diese Schwingungen und Situationen, die gespürt werden.
00:18:18: Und das sind Instrumente, die können die Eltern noch selber spielen mit Anleitung.
00:18:22: Das tut oft ganz gut, dass sie wirklich handeln können für die Kinder aktiv werden.
00:18:27: Ich summe in der Regel dazu eben das bis ich eben erklärt habe wie ich die Kinder wahrnehme einzelne Reaktionen von den Kindern, um die ich dann vertone damit die Kinder unbewusst so ein Gefühl kriegen ja wird verstanden, ich bin gemeint und manchmal so mich auch nur wenn die Kinder sich bewegen damit sie motiviert werden sich noch mehr zu bewegen in der Annahme.
00:18:49: Sie finden meine Stimme toll.
00:18:52: ja so muss man sich vorstellen das sind die Hauptinstrumente.
00:18:55: Ich bin tatsächlich auch schon mit Klavier auf gerade angewiesen spielt dann aber nicht an den Inkubatoren sondern auf dem Flur meistens zu Anlässen zur Ostern zur Weihnachten zur Adventszeit oder so.
00:19:06: Ja, ich stelle mir das alles ein bisschen natürlich ruhig und gedämpft vor.
00:19:09: Denn ich habe gerade überlegt, Herr Professor Klotz ... Man ist ja als Vater immer in den Schwangerschaften etwas nicht hilflos aber man kann ja nicht so viel tun.
00:19:17: Aber ich erinnere mich dass sich viel am Bauch meiner Frau gesungen hat schon Abendlieder In der Annahme die Kinder hören schon was Und neben was war.
00:19:25: würden sie das denn bestätigen?
00:19:26: Oder würden Sie sagen naja ja Katzmann gut, dass es gemacht haben und versucht haben Beziehung aufzubauen Aber gehört haben die noch nix?
00:19:34: Ganz im Gegenteil die Hörden hören sehr wohl schon und auch aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sie darauf sehr wohl reagieren.
00:19:41: Und das ist wahrscheinlich oder nicht wahrscheinlich so sind zu die ersten Schritte des Beziehungsaufbaus was man häufig vergisst.
00:19:49: Auch in dem Moment hat man schon eine Familie ja auch wenn das Kind noch nicht geboren ist und das Familienleben beginnt schon vor der Geburt.
00:19:57: Sie werden sich erinnern sie haben auch ein Nest gebaut und da sind halt auch Sachen die auch dazugehören.
00:20:03: Das verlieren wir manchmal so ein bisschen aus dem Auge, weil ... Wir sehen natürlich dann erst mal das Kind.
00:20:09: Und dann haben wir auch die Mutter und irgendwann kommt der Vater.
00:20:12: Wir haben ja dieses Programm hier bei uns am LVKB.
00:20:15: Wie geht's, Daddy?
00:20:16: Das finde ich ganz gut übrigens.
00:20:18: Wo auch Väter angesprochen werden, sich untereinander zu vernetzen.
00:20:22: Weil wir fragen automatisch, wie geht es denn der Mutter oder der Vater?
00:20:26: Also wir haben letztendlich dieses Trio.
00:20:28: Dann gehören unter Umständen noch andere Kinder dazu.
00:20:31: Da gehören auch Großeltern dazu.
00:20:33: Und nochmal zurückzukommen auf diese Besuchzeiten.
00:20:35: Das war auch ganz lange so, dass wir Geschwisterkinder den Zugang verwehrt haben wenn sie noch zu klein waren weil die Angst vor Infektionskrankheiten hatten wo wir jetzt schon lange weg davon sind.
00:20:46: Auch die haben dann Zugang zu dem Kind genauso wie auch Großeltern.
00:20:50: und das muss man natürlich alles ein bisschen gut planen Dass wir da nicht eine große Traume an Menschen haben und müssen auch ein bisschen an die Jahreszeiten anpassen So wie es mit den Infekten gerade ist.
00:21:00: aber wie gesagt Wir haben dann eine ganze Familie, die wir im Blick haben müssen.
00:21:04: Schön!
00:21:05: Vorher habe ich noch mal ein bisschen ganz alltäglich zu werden, weil ich mir vorstellen kann Pflege ist ja, äh, Vierundzwanzig Sieben an den Kindern, den Eltern wie sie schon ... Typischer Tag aus in der Neonatologie, wenn es den überhaupt typisch gibt.
00:21:21: In gewisser Weise gibt's ihn natürlich schon typisch weil es Abläufe gibt also den Kindern zum Beispiel das Essen zu führen dass wir ja die Kinder haben acht malzeiten zwölf Malzeiten und von daher gibt es da schon typische Handlungen oder ein typischer Ablauf.
00:21:38: aber man auch da ist man ein bisschen weg von diesem ganz typischen sondern guckt auch.
00:21:43: wenn ich jetzt morgens den Dienst beginne schläft das Kind.
00:21:46: muss ich dieses Kind wecken, muss sich wirklich Handlungen durchführen?
00:21:49: oder kann ich es vielleicht erst mal schlafen lassen und ich warte bis das Kind selber aufwacht.
00:21:53: Oder bis die Mutter da ist, dass ich sage okay dann versorge ich das Kind mit der Mutter zusammen.
00:21:59: Das hat natürlich immer die Frage wie intensiv medizinisch betreut ist das Kind?
00:22:05: Was hat das alles sehr große Problemen?
00:22:06: Ist es beatmet?
00:22:07: Dann müssen sie natürlich Vitalfunktionen... Also dann bin ich schon an bestimmte Bedingungen
00:22:13: gebunden,
00:22:14: weil ich viele Kontrollen durchführen muss und natürlich sicherstellen muss das alles Medikamente gegeben werden.
00:22:22: Aber insgesamt ein bisschen freier bin ich in meinem Handeln.
00:22:26: was jetzt die Versorgung des Kindes betrifft Das ist schon nicht mehr ganz so streng wie es früher war.
00:22:33: Da gucken auch jede Fliegekraft.
00:22:36: Wo ist mein Kind jetzt gerade?
00:22:38: Kann ich es versorgen, können wir Versorgungsmaßnahmen abstimmen.
00:22:42: Dass wir das bündeln, dass das Kind nicht gestört wird, dass wir wissen wann kommen die Eltern und wann möchten sie gerne mit dem Kind kängel ruhen.
00:22:51: Also es gibt schon feste Abläufe aber jedes Kind bestimmt so ein bisschen selbst wie der die Schicht gestaltet wird.
00:22:59: Also Kängurun ist diese Kuschelfase?
00:23:00: Genau, dass die Kinder quasi auf die Brust des Vaters oder der Mutter kommen und dann dort liegen und die Eltern so mit ihrem Kind wirklich einfach in Ruhe liegen können.
00:23:13: Denn
00:23:13: das ist ja auch wahrscheinlich schon in diesen Phasen ein sehr fragiler Prozess.
00:23:18: Ich weiß nicht wie sind denn die Extremitäten, ist das alles schon so ausgebildet Stabil ist, denn das stelle ich mir alles noch sehr fragil vor.
00:23:27: Das ist es aber schon so, dass es das aushält.
00:23:30: Das sagen ja die Eltern auch oft.
00:23:32: Ich mag mein Kind gar nicht anfassen und sie haben sich sehr schnell daran gewöhnt, dass ihr Kind anfasst und dass es auch geht, dass Sie es anfassen.
00:23:41: Der Prozess wenn es ein sehr kleines Frühgebohn ist was jetzt viele Ich sage jetzt mal Zugänge und ein Schläuche hat das Kind rauszugeben auf die Brust.
00:23:50: Das ist sicherlich so einen Moment, wo man ein bisschen durchatmen muss und hofft dass alles gut geht, dass man diesen Transfer, das ja gut gelingt.
00:23:59: den macht man auch mit mehreren Personen.
00:24:01: aber wenn das Kind dann erstmal angekommen ist und sich alle ein bisschen beruhigt haben, auch die Eltern nicht mehr so aufgeregt sind, dann funktioniert es eigentlich sehr gut.
00:24:09: Also man kann die Rolle der Pflege gar nicht hoch genug bewerten.
00:24:12: Nicht umsonst hieß auch das Standardwerk, denn der frühgeborene Medizin jahrelang Neugeborenen intensiv pflege weil sozusagen dass das sind die Kräfte, die am Kind sind, die dafür sorgen, dass das Kind sich so entwickelt wie es tut.
00:24:29: Wir haben ja vorhin ich will da nochmal dran anknüpfen aber auch an dem was Sie jetzt sagen.
00:24:32: wir haben ja schon mal herausgestellt Die Begleitung von Frühgeborenen schon vor der Geburt anfängt, also es ist eine abteilungsübergreifende Sache bis von der vorgeburtlichen Begleitung über das was sie tun dann bis zur Nachsorge.
00:24:49: Aber das merkt man ja jetzt auch als Team untereinander.
00:24:52: Wie wird denn das so im Alltag spürbar?
00:24:54: Wo sind denn Ihre Themen, wo Sie an den Themen immer zusammenarbeiten?
00:24:59: aber haben Sie regelmäßige Teambesprechungen täglich, wöchentlich
00:25:04: etc.,
00:25:05: wo sie sich abstimmen werden?
00:25:06: Immer wie muss ich mir das vorstellen?
00:25:07: Ja wir sind ein interdisziplinäres und interprofessionelles Team Und da gibt es sehr viele Schnittstellen Regeltermine, Jurfix, Qualitätszirke.
00:25:22: Es sind schon sehr viele Termine und die wir teilweise aus Qualitätersicherungsgründen auch vorhalten müssen gewisse Regelkommunikationen.
00:25:34: so treffen uns regelmäßig mit den Geburtshelfern zusammen um die aktuellen oder die vergangenen Fälle zu besprechen.
00:25:42: Wir haben Team-Sitzungen, wir haben Teammitglieds-, Qualitätszirkel um neue Innovationen in der Abteilung voranzubringen.
00:25:51: Also dieses Interdisziplinäre und interprofessionelle Merk man ganz besonders an den Schnittstellen Und wie das halt dann auch immer so ist.
00:26:00: in einem großen Team bleibt es nicht aus dass es manchmal hakt an Schnittställen Wo wir einfach sehen müssen wo jetzt eine gewisse Information verloren gegangen oder wie kommen wir dahin?
00:26:09: Das für Informationen optimal von Punkt A nach Punkt B bringen.
00:26:14: Und das ist in einem so großen Team mit zu vielen Patienten manchmal sehr schwierig, man muss sich das vorstellen.
00:26:20: wie viel waren wir heute morgen auf der Station?
00:26:22: Es waren sicherlich twenty-fünf Leute wenn man alle Berufsgruppen jetzt mal nimmt Ärzte pflege Versorgungsassistenten psychosoziale Dienst Physiotherapie war heute Morgen da.
00:26:34: also es sind schon sehr viele Menschen die da herum wuseln aber alle haben ihre Aufgabe und ihre Berechtigung.
00:26:40: Das klingt ja auch nochmal durch.
00:26:41: Sie haben ja einen hohen Personalschlüssel da, ne?
00:26:43: Also ich wollte jetzt noch mal darauf eingehen diese Besprechung.
00:26:46: Donnerstagsmittag haben wir so eine interdisziplinäre Besprechungen wo alle zusammenkommen und das finde ich eigentlich recht wichtig weil da kommen die Physiotherapeuten, die Musiktherapie, Ärztepflege also alle die an diesem Tag quasi da sind treffen sich mittags und dann wird jedes Kind einmal besprochen.
00:27:06: Das finde ich eigentlich recht gut, weil man sich auch austauschen kann.
00:27:09: Jeder kann seine Meinung sowohl zu dem Kind – also der Fall wird vorgestellt oder das Kind wird vorgestellt, wo sind wir gerade?
00:27:16: Man bespricht wie ist das mit den Eltern, wie ist eben die Einbindung und jeder gibt so seine Einschätzung auch wieder.
00:27:22: Das find' ich total gut, da natürlich sehr viele Sachen zusammenkommen.
00:27:26: Also die Eltern haben vielleicht Cordula so Dinge anvertraut oder sie hat eine Einschätzung von dieser Familie.
00:27:32: Wir haben mal ne Einschädzung der Familie.
00:27:35: Diese Besprechung finde ich eigentlich am allerbesten, weil alle da so auf den gleichen Stand gebracht werden und alle über den Patienten berichten können.
00:27:45: Ja und dann geht es ja auch nicht um richtig falsch sondern dann gibt's wirklich diese Vielfalt und jeder guckt ja aus einer anderen Perspektive.
00:27:53: also ich gucke gar nicht aus medizinischer Sicht weil ich da wenig von verstehe.
00:27:58: Aber dieses Ganze zu bündeln ist eben diese Komplexe, dass die Familie dann wirklich auch wertschätzt und an allen Stellen betrachtet.
00:28:08: Und begleiten kann.
00:28:10: Gibt es da manchmal so Momente wo man denkt Mensch jetzt ist uns durch dieses wöchentliche Gespräch irgendwie also vielleicht das Durchbruch ein bisschen großes Wort.
00:28:19: aber es kann mir vorstellen es gibt ja auch mal Situationen wo man als Berufsgruppe überlegt wie kann's jetzt weitergehen usw.
00:28:24: Das Miteinander bringt irgendwie eine Erkenntnis neuen Weg.
00:28:28: Gibt es so Situationen, wo sie sagen auch Mensch jetzt haben wir hier nochmal einen neuen Blick gewonnen weil die unterschiedlichen Berufsgruppen ihre Wahrnehmung ausgetauscht haben?
00:28:36: Ich glaube das ist manchmal so aus meiner Sicht jedenfalls bis zu den sozialen Aspekte anbelangt.
00:28:42: also dass irgendjemand erzählen kann warum Eltern vielleicht nicht jeden Tag zu Besuchen der nächste selber mal kommen und die Kinder begleiten weil plötzlich klar wird A die haben noch eine kranke Mutter zu versorgen haben keinen Auto wohnen irgendwo anders haben noch gar keinen Aufenthaltsstatus oder was weiß ich.
00:29:00: Und dann wird einem plötzlich klar, das ist kein Desinteresse am Kind sondern es sind äußere Umstände die dazu führen und dann kann man vielleicht eher Hilfsangebote über den Sozialdienst oder über die Psychologen oder so installieren dieses Ganze erleichtern.
00:29:17: und wir können auch absprechen zum Beispiel sozusagen dieses Kind wird sehr selten von den Eltern begleitet, aus welchem Grund auch immer.
00:29:26: Dann ist es gut.
00:29:27: das Kind hat aber oft Musiktherapie.
00:29:29: so kann man das ein bisschen auffangen.
00:29:32: also ich kann die Kinder dann auch manchmal für ein zwei Stunden auf die Gruß nehmen und währenddessen die Musiktherapien machen.
00:29:40: Und das gelingt in einem interdisziplinären Team indem sich austauscht und eben überlegt warum kommen sie nicht?
00:29:46: oder muss man sie noch mehr entlasten oder begleiten als für Donnerstagsgespräche.
00:29:52: Bin ich auch.
00:29:54: Herr Klotz, das haben Sie ja vorhin den Satz gesagt dass es er glücklicherweise gar nicht mehr die Frage ist ob die Kinder das überleben sondern wie sie's überleben.
00:30:03: jetzt kann ich mir aber vorstellen trotzdem die Kinder ja viele die sehr früh geboren werden der kritische Momente.
00:30:11: Und es gibt vielleicht auch Situationen, wo sie sagen müssen wir müssen die Therapie uns zurückziehen etc.
00:30:19: wie funktioniert das?
00:30:20: Wie treffen Sie da Entscheidungen wenn es um sehr kleine und kritische Situationen geht?
00:30:25: natürlich ist das so dass nicht alle frühe geborenen überleben.
00:30:28: das muss man ganz klar sagen.
00:30:30: das ist in Abhängigkeit davon wann sie zur Welt kommen.
00:30:32: kommen jetzt in den zwanzigsten, tzeinzwanzigstens vierundzwanziger Woche zur welt.
00:30:37: Grundsätzlich ist das ja so, dass wir ab der vierundzwanzigsten Woche – so ist zumindest der Konsensus in Deutschland.
00:30:43: In anderen europäischen Ländern ist es anders, dass die Kinder haben eine so gute Überlebenschance ohne schwerwiegende Behinderung und dass wir auf jeden Fall diese Kinder versorgen.
00:30:53: Und von der Zwei- und Zwanzigten bis zur Vier- und Zwezendwoche ist das ein Graubereich.
00:30:58: Dann müssen wir immer mit den Eltern das Innkonsens gut beraten.
00:31:03: Was würde auf sie zukommen?
00:31:06: dieser Schwangerschaftswoche versorgt und dann gemeinsam mit ihnen eine Entscheidung treffen.
00:31:12: Die Frage war, was tun wir wenn wir Kinder haben die kritisch kranken sich?
00:31:17: Es ist so dass wir mit all unserer Intensivtherapie das Ziel verfolgen den Kindern einen guten Staat in das Leben zu ermöglichen und wir machen Intensiftherapies sowie alle anderen intensiven Mediziner auch nicht nur weil wir es können sondern weil wir immer ein gewisses Ziel vor Augen
00:31:34: haben
00:31:36: Und da haben wir von unseren Fachgesellschaften auch ganz klare Rahmenlinien und Richtlinien innerhalb derer, wie uns bewegen.
00:31:46: Wir haben auch wenn es wirklich um die Frage geht Haben wir noch ein Ziel bei einem Kind?
00:31:52: Dann haben wir natürlich auch noch Kollegen aus der Ethik mit denen wir uns beraten können so dass wir dann letztendlich wir nennen das ein ethisches Konsil machen wo wir alle aus dem Team einladen, sich an einen runden Tisch zu setzen und dann eine Empfehlung zu formulieren mit der Empfehung wir den Eltern gegenüber treten.
00:32:14: Und ein Weg empfehlen!
00:32:17: Das liegt letztendlich an den Eltern, ob sie diesen Weg mitgehen möchten oder ob sie sich für einen anderen Weg entscheiden.
00:32:22: Die Eltern entscheiden anstatt an der Stelle ihres Kindes.
00:32:29: Man muss aber sagen, man findet eigentlich immer einen guten gemeinsamen Weg.
00:32:32: Und der Weg kann auch bedeuten, dass man eine intensivmedizinische Therapie für ein Frühgeborenis nicht weiter frott führt.
00:32:41: Weil man einfach so viele Komplikationen hat, das die Eltern entscheiden, dass sie das ihrem Kind und sich als Familie nicht zumoten können oder wollen.
00:32:55: Denn eins muss man bedenken ... an einer frühen Woche, extrem frühgeburtlichkeit.
00:33:02: Wir stellen uns mit der Intensivmedizin der Natur in den Weg und so vermitteln wir das auch in dem Fall den Eltern.
00:33:10: Wir Stellen uns sozusagen der Natur im Weg.
00:33:13: wenn wir nicht intensiven Medizinen hier machen würden würde dieses Kind natürlicherseits versterben.
00:33:21: An dieser Stelle fällt mir eines es nicht oft aber manchmal schon Situationen gab wo Eltern sich gar nicht getraut haben, eine Bindung zu ihrem Kind aufzubauen.
00:33:30: Aus Angst ist verstürbt und das muss ja auch geleitet werden.
00:33:34: Ja, dass wir uns erst wundern warum kommen die nicht?
00:33:37: oder warum möchte ihr Kind nicht anfassen?
00:33:39: Nicht auf die Brust nehmen?
00:33:41: Warum sprechen sie nicht mit dem Kind?
00:33:43: Und wenn dann diese Angst dahinter steht dieses Kind zu verlieren und sich selber zuschonen und die Bindung eben deswegen nicht aufzubauern.
00:33:51: Das muss man verstehen möglichst und dann die Eltern begleiten diesen Weg trotzdem zu beschreiten.
00:34:00: Das ist auch emotional belastend, das kann man gar nicht anders sagen für alle Beteiligten.
00:34:07: Also ich kann nur ahnen dass es oder es ist klickt auf der Hand, dass es Geschichten gibt die auch emotional sehr nahe gehen und auch traurig sind aber kann mir vorstellen unter der Entwicklung sie auch viele schöne Geschichten.
00:34:19: Sie feiern auch immer ein Fest mit, das ist ja eine alte Tradition hier.
00:34:24: Mit den Frühgeborenen, die mittlerweile schon weiter hinausgewachsen sind.
00:34:28: Da gibt es so ein jährliches Fest?
00:34:29: Genau!
00:34:30: Das frühen Sommerfest in der neuen Schmiede und... Ja, das wird sehr gut angenommen da kommen die Familien mit ihren Kindern und freuen sich wirklich wenn sie uns wiedersehen.
00:34:39: und wir freuen uns natürlich, wenn wir sehen was aus den Kindern geworden ist.
00:34:43: Und das ist schon sehr schön und das ist natürlich der überwiegende Teil Geht ja nach Hause und wir sehen sie dann wieder.
00:34:51: Hundertfünfzig Familien?
00:34:52: Hundertwünftig Familien, das wär's sehr da!
00:34:55: Genau.
00:34:56: Aber Sie haben ja vorhin erzählt, Sie hätten auch mal irgendwann Examen gemacht, wobei ich jetzt nicht weiß wann dieses irgendwann ist.
00:35:01: Ja
00:35:01: lang,
00:35:02: lang... Gab es denn so ein Schlüsselmoment für Sie, wo Sie gesagt haben die Neonatologie, dass is' es oder sind Sie da eigentlich von Anfang an?
00:35:10: Ja, eigentlich schon von Anfang An, aber ich sag mal so, es hat sich so ergeben in der Ausbildung durchläuft man ja viele Stationen.
00:35:17: Und meine letzte Station, ich hab in Münster die Ausbildung gemacht.
00:35:21: War eine Intensivstation Kinderintensiv, die sowohl größere als auch kleinere Früchen hatten und dann bin ich da geblieben.
00:35:30: also dann habe ich schon mein Herz dafür entdeckt und dann ist es auch hier so gebliebene als ich gewechselt bin.
00:35:35: Die Frage ist ob du lehst, ob sie sich jemals darüber nachgedacht hätten was anderes zu machen.
00:35:39: das ist nicht der Fall.
00:35:40: Also drüber nach gedacht hab ich schon?
00:35:41: Das muss
00:35:42: ich jetzt schon
00:35:43: mal sagen!
00:35:43: Ich glaube dass gibt es immer das man drüber Nachdenkt Und dann hat es sich aber nicht so ergeben.
00:35:49: Dann ist es so geblieben und ich finde, wenn ich jetzt auch die Kollegen sehe oder das Team in der Frühchenversorgung,
00:35:56: die
00:35:56: bleiben eigentlich auch in der frühgeborenen Versorgung also im anderen Bereich wechselt man ja häufig.
00:36:01: Aber irgendwie sind es solche Menschen, die das auch gerne machen und die da wirklich häufig bleiben dabei, ihre Liebe dazu entdeckt haben, so würde ich mal sagen
00:36:14: Haben Sie in Ihrer ärztlichen Biografie einen Moment, den Sie begleitet haben?
00:36:19: Den, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist.
00:36:21: Der Sie berührt oder so ein Gedächtnis geblrieben ist?
00:36:25: Ja, ich denke da gibt es.
00:36:26: im Laufe der Berufsjahre sammeln sich einige an.
00:36:29: Also wenn man vorhin war die Frage nach den ganz kleinen Frühgeborenen, wenn man ganz kleine Kinder versorgt und sieht dass sie ihren Weg finden und man dann auch über Jahre hinweg in Kontakt mit denen bleibt.
00:36:43: Und es gibt sicherlich viele Grenzsituationen wie wir alle erlebt haben hier in der Behandlung von Frühgeboren, die einen weiter begleiten.
00:36:55: Aber mir persönlich macht diese Intensivmedizin viel Spaß und im Namen steckt das ja auch schon.
00:37:02: Das sind viele intensive Erfahrungen, die man sammelt.
00:37:06: Und ich denke es ist sehr wechselhaft!
00:37:08: Ich weiß nicht wie du das siehst.
00:37:09: Es gibt zwischen intensiven Erfahrungen und viel Stabilität und Ruhe.
00:37:14: Ja, das ist so.
00:37:15: Das ist tatsächlich so und ich glaube jeder meiner Kollegen hat ein Beispiel vor Augen ein ganz tolles und hat auch ein Erlebnis, was ihn sehr geprägt hat in einer anderen Richtung.
00:37:28: Das geht gar nicht anders.
00:37:29: Und dazwischen ist eben viel Stabilität aber das gibt es bei jedem also Schlüsselerlebnisse in der einen oder eine andere Richtung das würde ich jetzt auch sagen hat jeder
00:37:39: Gibt's einen Moment wo du sagen würdest Musik?
00:37:42: Hat sichtbar etwas verändert.
00:37:45: Ja wenn der Bindung zwischen Eltern und Kind auf jeden Fall oder so, wie ich es eben schon ein paar Mal gesagt habe in der Handlungsfähigkeit und raus aus der Ohnmacht.
00:37:56: Und ich glaube für Eltern, man hat ja so innere Bilder in sich.
00:37:59: Wenn man schwanger ist oder schwanger werden möchte und stellt sich das vor wie es ist wenn das Kind auf die Welt kommt... ...und dann ist es sehr anders wenn die Kinder bei uns sind und nicht zu Hause in ihrer Wiege oder im Kinderwagen unter einem Baum stehen sondern einfach Monate.
00:38:13: Monate bis wirklich hin zum halben Jahr und noch länger in der Klinik sein müssen den Eltern aber zu ermöglichen, wirklich auch aktiv zu werden und ihre Eltern Rolle wahrnehmen zu können.
00:38:27: Obwohl jetzt die Mediziner und die Pflege viel übernimmt, was man eigentlich selber machen möchte, wickeln, züttern so... Und dann aber wieder zurückzukommen, zu denken es gibt ganz viel, was die Eltern machen können um ihnen das zu zeigen bis noch nötig ist auf in so einer intensiven Phase Ja, das finde ich schon anwörend oftmals.
00:38:49: Klar ist es gibt Handlungsmöglichkeit und es gibt auch schöne Sachen, die sie machen.
00:38:54: wie viel diese Angst haben zu müssen oder diesen Druck... Ich bin in der Klinik und denke an Zuhause, an die drei Kinder, die da schon sind.
00:39:01: Ich bin zu Hause und denke in die Kliniken.
00:39:03: Wie geht's dem Frühchen?
00:39:06: Ja, sondern wirklich eine Handlungsfähigkeit zu ermöglichen für schöne Sachen Musik zu machen.
00:39:12: Oder wie ich eben gesagt habe im Text zu schreiben auf irgendeine Melodie die einem sehr am Herzen liegt ein Bild zu malen das wir hinterher verklanglichen.
00:39:21: und wie auch immer Und ich glaube da kann man schon vieles bewegen und so Beispiele gibt es durchaus, die ich erinnere.
00:39:27: Ich bewundere die Eltern von kleinen Frühchen.
00:39:31: Die kommen oft drei Monate lang Jeden Tag Und manchmal auch zweimal am Tag oder noch länger.
00:39:36: Kommen Sie hierher?
00:39:38: Das finde ich wirklich erstaunlich, wie die Eltern ausgleichen ... Also dass die Eltern überhaupt noch die Kraft haben herzukommen!
00:39:47: Die kommen ja nicht alle aus Bielefeld.
00:39:49: Nein und ich würde irgendwann denken, ich sehe die Klinik, ich will nicht mehr.
00:39:53: Ich will einfach nur ... Ich will es nicht mehr.
00:39:55: also ich find das wirklich bewundernswert.
00:39:58: wir erleben die Eltern ja fast immer positiv angenehm.
00:40:04: Ich würde zwischendurch mal sagen, ich kann das hier nicht mehr oder so.
00:40:09: Das finde ich wirklich bewundernswert was die Eltern aushalten um ihr Kind zu begleiten bis sie nach Hause gehen.
00:40:17: und wenn sie dann noch mein nächstes Jahr wieder kommen zu diesem Frühjahr fest dann sagen Sie ja oft Das ist mir so schwer gefallen.
00:40:24: Die haben Tränen in den Augen, also dieser Weg hier wiederzukommen.
00:40:28: Da kommt alles nochmal hoch das es wirklich für sie...das ist schön für Sie aber das löst total viel aus.
00:40:35: und ja das finde ich ist Wahnsinn!
00:40:38: Ja und vielleicht leuchtet da gerade auch noch mal ein bisschen durch dass sie ja mit ihrer gemeinsamen Arbeit um den allen die heute gar nicht hier sind denen Menschen einen Stück auf Zeit ein Zuhause schaffen, was sie sich selber nicht ausgesucht hätten, wo es schwer ist hinzugehen.
00:40:53: Aber was mögliches!
00:40:54: Ich habe gerade so einen Moment, wo ich denke eigentlich müsste ich meine Redaktion um mehr Podcastzeit bitten.
00:40:59: aber wir müssen an Punkt machen und deshalb danke ich Ihnen ganz herzlich für dieses Gespräch und für Ihre wertvolle Arbeit mit den Kolleginnen Kollegen wohlwissend dass das nur ein ganz kleiner Ausschnitt gewesen ist, aber ein schöner Ausschnitt.
00:41:12: Danke, dass Sie mich mitgenommen
00:41:13: haben.
00:41:16: Das war,
00:41:17: Vierundzwanzig
00:41:17: Sieben.
00:41:18: Der Podcast des evangelischen Klinikums Bekel.
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