#45: Psychisch krank und niemand sieht es? | Univ.-Prof. Dr. Dr. Udo Dannlowski, Dirk Hamann & Pastor Dr. Bartolt Haase

Shownotes

Was passiert, wenn ein Mensch psychisch erkrankt? Wenn die Erkrankung den Alltag bestimmt, für andere aber nicht sichtbar bleibt?

Über diese „nicht sichtbaren Erkrankungen“ spricht Moderator Philipp Katzmann in dieser Folge von „Vierundzwanzigsieben“ mit drei Gästen, die ganz unterschiedliche Perspektiven mitbringen: Univ.-Prof. Dr. Dr. Udo Dannlowski, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am EvKB, Dirk Hamann, Genesungsbegleiter in der Klinik mit eigener Krisenerfahrung und Pastor Dr. Bartolt Haase, Vorstandsvorsitzender der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel.

Dirk Hamann berichtet von seinen eigenen Erfahrungen, von seinen Krisen und davon, wie daraus sein heutiger Beruf als Genesungsbegleiter entstanden ist und darüber was Betroffene von ihrem Umfeld benötigen. Udo Dannlowski erklärt, warum Zuhören und Gespräche so wichtig sind, welche Rolle Psychotherapie, medizinische Behandlung und Pflege im Zusammenspiel einnehmen und weshalb psychische Erkrankungen häufig eine längerfristige Begleitung erfordern. Und Pastor Dr. Bartolt Haase weitet den Blick: Wie gehen wir als Gesellschaft mit Menschen um, deren Erkrankung wir nicht sehen können? Welche Verantwortung haben Arbeitgeber und welchen Auftrag hat Bethel?

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00:00:03:

00:00:13: Ich freue mich auf eine neue Folge Podcast.

00:00:16: Heute wieder mit einer Spezial-Ausgabe, weil wir uns einem Thema widmen und ich habe Gäste eingeladen und freue mich dass sie da sind!

00:00:24: Ich begrüße ganz herzlich Dil Carman, kauft man im IT Bereich und Genesungsbegleiter hier im Evangelischen Klinikum Betel.

00:00:31: Herzlich Willkommen

00:00:33: Danke schön.

00:00:33: Ich begrüße ganz herzlich Universitätsprofessor Dr.

00:00:36: Udo Danlowski, Chefarzt der Psychiatrie und Psychotherapie und Facharzt in selbigen Fächern.

00:00:41: Vielen Dank!

00:00:42: Und ich begrüßte ganz herzlich Dr.

00:00:44: Bartol Taze, Pastor- und Vorstandsvorsitzender seit den ersten Februar im Jahr für die Spudischung von Stiftungen Betel.

00:00:51: Danke

00:00:51: schön!

00:00:52: Wir haben uns ein Thema gesucht über das wir gleich ins Gespräch kommen wollen.

00:00:59: Format dann so, dass wir weniger über sie und ihre Geschichte sprechen.

00:01:03: Sondern eher übers Thema.

00:01:04: aber um doch ein bisschen was den höheren Hören über Sie preiszugeben dachte ich eine kleine persönliche Einstiegsfrage Soll es vielleicht sein damit wir einen kleinen Idee bekommen haben mit wem das zu tun haben?

00:01:14: Herr Hammann an Sie einmal die Frage Manche Menschen sammeln Briefmarken.

00:01:18: Ich sammle

00:01:20: Gespräche.

00:01:21: Ah Gespräche Mit vielen unterschiedlichen Menschen oder bestimmte Gespräche

00:01:26: Diebtalk Das ist das Smalltalk.

00:01:28: Ah ja, schön!

00:01:30: Herr Professor Nanowski als Kind wollte ich...

00:01:34: Höhlenforscher werden?

00:01:35: Fragen Sie mich nicht warum.

00:01:37: Also dann kann ich auch nicht fragen woran es gescheitert ist sondern ums Wahrheit schon.

00:01:41: Das gab's nicht halt Studium und auch Dinosaurierforschern.

00:01:44: Das Wort Paläontologie war mir nicht geläufig aber ich fand das irgendwie cool mit Seilen in Höhle zu gehen und dass da dazu beforsteten, das war ein Bild was mich irgendwie fasziniert hatte.

00:01:55: Schön Dr.

00:01:56: Haser, an Sie die Frage zu meinem Beruf bin ich gekommen?

00:01:58: Weil

00:02:00: ich Zivildienst gemacht habe beim Lippischen Blindenwerk und habe da die Arbeit auch gerade mit Menschen mit Behinderungen schätzen und lieben gelernt.

00:02:08: Und das war die Motivation für das Studio.

00:02:10: Ja,

00:02:11: schön!

00:02:11: Dann sieht sie ja in ihr Berufsleben auch neben dem der Gemeinde aber dann schnell in den diakonischen Bereich gegangen.

00:02:18: Genau.

00:02:18: Das hat sie bis heute sozusagen berufsmäßig begleitet und das werden wir jetzt gleich ja auch noch ein bisschen im Gespräch hören, aber ich hatte schon gesagt, wir sind nicht aufgrund ihrer einzelnen Berufsbiografien zusammen sondern weil Sie mit unterschiedlichen Aspekten auf einen Thema blicken was uns im klinischen Bereich immer wieder begegnet.

00:02:37: und das habe ich mal überschrieben mit einem Satz den ich gefunden hab in der Recherche zu dem Thema nämlich mit dem Satz Ich habe etwas was du nichts siehst und soll ein bisschen beschreiben, dass Thema nicht sichtbare Erkrankungen.

00:02:51: Nun werden die höheren Hörer vielleicht sagen, da habe ich eine Grundidee aber was ist das eigentlich?

00:02:56: Das müssen wir mal zu Beginn ein bisschen einordnen, was sich dahinter verbirgt.

00:03:01: Und Professor Dainlowski vielleicht eingehend an Sie die Frage, wenn sie es als Mediziner hören, was verbinden Sie damit?

00:03:09: Wir haben so viel können wir transparent machen und es im Vorfeld ja auch darüber ein bisschen unterhalten.

00:03:13: Und überlegt, wie das Thema eigentlich so einzuordnen ist... ...und Sie haben gesagt für eine medizinische Einordnung hat's eigentlich ein bisschen Grenzen.

00:03:21: Warum?

00:03:23: Es gibt keinen medizinischen Terminus-Technikus der mit nicht sichtbaren unsichtbaren Erkrankungen so richtig assoziiert ist.

00:03:30: Man kann zum einen Erkranken drunter verstehen die man nichts sieht weil die Menschen aus dem Alltagsleben weitgehend verschwinden.

00:03:36: Auch das gibt es wenn sie Gerade was jetzt so im Nachgang der Corona-Epidemie, das man jetzt vermehrt sieht sind MECFS Erkrankungen.

00:03:44: Also das Chronic Fatigue-Syndrom beispielsweise ist ein Menschen, den würden sie auf einen Seite nicht wirklich ansehen und auf anderen Seite sehen Sie die Menschen nicht mehr

00:03:52: weil die

00:03:52: in ihren vier Bänden in der Regel bleiben und kaum noch alltagsfähig sind.

00:03:57: auch Menschen, die einen sehr hohen Pflegebedarf haben und in Einrichtungen oder daheim gepflegt werden verschwinden oft aus dem Stadtbild und sind daher auch nicht mehr sichtbar.

00:04:09: Darunter kann man aber ebenfalls, ich glaube das ist so der größere Teil des Bedeutungs dieses Wortes, es wäre eine Erkrankung die man deuten, die durchaus im Stadtbild zu sehen sind, die man ihnen nicht ansieht.

00:04:19: Auch den Kollegen nicht!

00:04:22: Und da sind große Zahl von Erkranken.

00:04:24: Je nachdem wie gut man hinschaut, ist das entweder die Mehrzahl aller Erkränkungen, die mal Leuten nicht ansiedt.

00:04:30: Das reicht von onkologischen Erkankungen, diese Menschen vielleicht im Endstadium ansehen, aber vorher sicherlich nicht.

00:04:36: Das betrifft natürlich meinen Fachgebiet, der psychischen Erkrankung.

00:04:39: Aber auch viele andere Gebiete von chronischen Erkrankungen, auch im HIV-Infizierten sehen Sie normalerweise in der Erkrankung nicht unbedingt da an.

00:04:47: D.h.,

00:04:47: man könnte argumentieren, dass es sich tatsächlich sogar um die Mehrzahl der Erkranken im medizinischen Gebiet handelt, die man so erstmal auf den ersten Blick

00:04:56: nichts sieht?

00:04:57: Also es ist ja nochmal wichtig festzuhalten eine Diagnose, eine medizinische Diagnoserstellung.

00:05:01: Ist das nicht?

00:05:02: Weil in keiner Krankenakte stehen wird nicht sichtbarer Erkrankungen sondern da steht einer Erkrankung und das ist ja immer wichtig für uns fest zu halten weil es glaube ich noch mal den Blick nicht allein darauf lenkt wie gehen wir jetzt damit um mit nicht sichtlich Erkranken sondern Es ist ja dann eher vielleicht für uns die Frage Wie begegnen wir Menschen deren Leiden oder Einschränkung für andere nicht unmittelbar erkennbar oder nachvollziehbar ist?

00:05:25: Da sind Sie, Herr Hammern ja ein Experte für in unterschiedlicher Weise.

00:05:29: Würden sie das so bestätigen und wie würden Sie Ihr Expertentum beschreiben?

00:05:33: Ja ich habe tatsächlich ... Ich bin ja als Genesungsbegleiter also ich hab sozusagen zwei berufliche Tätigkeiten.

00:05:40: Also meine erste berufliche Tätigkeit Sagen wir mal ... Ja, es habe ich... später noch ein Studium und diesen Bereich, bis ich dann so mit vierzig in eine schwere Krise gekommen bin.

00:05:58: Es hat alles irgendwie keinen Spaß und keinen Sinn mehr gemacht was mich länger Schachtmatte gesetzt hat oder aus dem Leben rausgeholt hat.

00:06:05: Da bin ich glaube ich auch erst mal unsichtbar geworden.

00:06:07: und einige Jahre später vor sechs, sieben Jahren habe ich darüber gestolpert dass es diese Ausbildung zum Genesungsbegleiter gibt.

00:06:17: also ich hatte die ganze Zeit schon immer überlegt Kann ich denn oder das Thema hat mich dann interessiert?

00:06:26: Also, ich hab mir nicht nur gedacht.

00:06:27: Ich geh in eine Klinik und dann ... Das habe ich dann verstanden.

00:06:30: Lass mich reparieren und gehe wieder raus, dass es so nicht funktioniert.

00:06:34: Eigenverantwortung übernehmen oder ... Ja, da bin ich irgendwie bei diesem Gedäßungswerte hatte.

00:06:40: Ich sah das Gefühl, das ist was

00:06:41: für mich.

00:06:41: Und diese Ausbildung gemachte und hatte dann auch das Glück gleich hier im Betel in Deliatvia auf eine Tätigkeit zu finden.

00:06:52: Also jetzt nicht Vollzeit, aber ja, Experte aus eigener Erfahrung ist die Umschreibung.

00:06:58: Wo wir

00:06:58: gleich noch mal ein bisschen vertiefen, was über einen Genesungspleiter ist will ich mal spontan nachfragen teilen Sie denn das, was Professor Danlowski sagt in dieser Ambivalenz des Begriffes Nichtsichtbare Erkrankungen?

00:07:08: Ich habe da jetzt gehört es gibt ja so ein Teil also etwas, was wir nicht wahrnehmen vielleicht von außen, was aber den Betroffenen vielleicht auch schützt weil er mit seiner Erkrankung gar nicht so rausgehen muss, sondern er kann das vielleicht auch selber steuern.

00:07:21: Ist das ein Teil den Sie so benennen?

00:07:23: Also das ist gut, dass einer oder wo sie das erste Mal mich ansprach oder mit diesem Stichwort unsichtbare Krankheiten da habe ich schon darüber nachgedacht naja sowas wie Depressionen ist erstmal unsichtbar.

00:07:36: oft geben sich die Menschen also redig auch erst mal von mir auch viel Mühe das zu verbergen weiter hinzu funktionieren Und zum Alltag erst mal, bis es irgendwie nicht mehr geht.

00:07:52: Dann reagiert man dabei auch oft oder habe ich mit sozialem Rückzug reagiert und hab mich immer zurück, weil mich alles überfordert hat natürlich auch Scham warum funktioniert die mehr?

00:08:05: Oder warum klappt das alles nicht mehr?

00:08:07: Rückzug da wurde ich dann natürlich noch mal unsichtbarer.

00:08:12: und diesen Weg zurück Gibt so ein schönes.

00:08:16: im Recovery-Kollege, haben wir so ein schöner Seminar.

00:08:18: Das heißt in Würde zu sich stehen also auf die Leute zumzugehen und zu sagen ja ich habe eine psychische Erkrankung und das schränkt mir ein oder es äußert sich folgendermaßen und dann kommt auch ach Mensch das hätte ich gar nicht gedacht oder ich.

00:08:35: und es gibt auch so eine tolle Kampagne wo dann irgendwie da sitzt so einen ernstwilligen Mann in der Straßenbahn Irgendwie Jürgen hat Depressionen und im Hintergrund ist ein Paar da lacht der Mann.

00:08:46: Und alle denken natürlich, dieser ernstgeguckende schauende Mann das ist der mit den Depressionen steht dahinten aber das ist Jürgend.

00:08:52: Der laut halt lacht.

00:08:53: also insofern ist es auch ja ist das auch unsichtbar oder trügerisch.

00:08:58: Ist mir sogar schon mal mit der Krankenkasse so passiert.

00:09:02: Der lacht doch, er kann noch keine Depressionen haben.

00:09:04: Bevor wir das gleich noch bisschen vertiefen würde ich der Hase gerne ins Gespräch dazu holen.

00:09:08: Als in Anführungsstrichen der Neue muss man ja sagen, weil sie schon länger Betel kennen und Betel verbunden sind.

00:09:14: Und hier auch schon länger unterwegs sind.

00:09:16: aber ich kann mir vorstellen dass der Wechsel zum Vorstandsvorsitzenden doch noch mal ein neuer Perspektivwechsel ist.

00:09:23: was nehmen Sie denn wahr wenn sie durch die große Betelwelt in den letzten Monaten gereist sind?

00:09:28: Auch mit diesem Blick auf das Thema wie wir es jetzt beschrieben haben Menschen die in ihrer Krankung aus unterschiedlichen Gründen erstmal so nicht wahrgenommen werden.

00:09:37: Also erst mal nämlich war das eine ganz große Offenheit an Menschen, die hier Begegnung erleben.

00:09:43: Ganz viele Menschen ich jetzt kennenlernen durfte in vergangenen Monaten ob es zum einen Kolleginnen und Kollegen in verschiedenen Arbeitsbereichen waren aber auch Klientinnen, Patienten.

00:09:52: je nach Arbeitsbereich benennen wir das ja ein bisschen anders.

00:09:55: aber da habe ich ganz viele sehr schöne und auch beeindruckende Erfahrungen gemacht.

00:10:00: Und natürlich mit Bezug auf das Thema fällt mir sofort ein die große Kampagne, die wir ja hatten vom Dankort aus von der Öffentlichkeitsarbeit, die Plakatkampagne auf der wir ja auch Menschen aus Betel darstellen – mit der Frage siehst du mich?

00:10:13: Das ist genau der Punkt wo man sagt als Betel ist es unser Auftrag eben den Blick auf Menschen zu richten, die vielleicht Manchmal ein bisschen aus der Öffentlichkeit verschwinden oder am Rande stehen und wir wollen diese Menschen in den Blick nehmen, nicht aus dem Blick verlieren.

00:10:27: Und genau die Frage stellen also das ist etwas was mich in den letzten Monaten auch sehr begleitet hat dieser Kampagne auch mit Reaktionen mit Auswirkungen.

00:10:34: Die finde ich sehr gut auch dass auf einen Punkt bringt das Thema unseres Gespräches hier.

00:10:40: Ist ja glaube ich ein urdiakonischer und letztendlich ein urabiblischer Gedanke Gedanken des neuen Testamentes im Blick, was Jesus in diese Welt hineingetragen hat.

00:10:52: Ja immer darum geht denen eine Stimme gesicht zu geben und an der Seite ihrer zu stehen die aus irgendwelchen Gründen vielleicht gerade nicht so sichtbar sind oder an den Rand getränkt sind.

00:11:03: Herr Hamann, Genesungsbegleiter, was ist das eigentlich?

00:11:05: Sie haben jetzt mehrfalls erzählt sie haben da eine Ausbildung gemacht und sie machen das.

00:11:09: wie geht es ganz praktisch, was heißt das?

00:11:11: Also ich hatte heute beispielsweise einen typischen Arbeitstag Absprache mit dem Team schaut, wer könnte von einem Kontakt profitieren?

00:11:21: Weil wir würden das vielleicht passen.

00:11:23: Wer es nicht überfordert, wenn jetzt noch ein Gesicht da sozusagen auftaucht und habe heute unsere Patienten besucht zu Hause in ihren vier Wänden was erstmal schon mal ganz interessant ist, weil man dann eine ganze Menge Informationen auch über diese Menschen so wie sie leben.

00:11:41: Ich stelle mich erst mal so vor, dass ich ein Genesungsbegleiter oft immer mal wieder oder öfters sagt den Leuten das nichts.

00:11:50: Manchmal haben die Kollegen mich schon sozusagen angekündigt um worum es ungefähr geht, dass sich eben eigene Krisenerfahrungen habe und da sind sie manchmal schon so ganz elektrisiert.

00:12:02: Ich hab mir beim Vorgespräch eben einen Mann der sagte, ach, dachte ich nicht nur so Vorsicht Sie waren auch mal so richtig in der Krise und jetzt machen sie sowas, dann ist ja nur Hoffnung.

00:12:13: Also da hat sich noch gar nichts gemacht.

00:12:15: Und das ist glaube ich die Idee dahinter.

00:12:17: oder eben auch... Ja, Sie wissen ja wie das ist!

00:12:23: Also ich sage natürlich auch immer, die Profis sind natürlich auch krisen nicht fremd.

00:12:28: Aber das scheint bei mir, also es scheint noch mal eine andere Wirkung zu haben wenn ich da mit dem Patienten

00:12:34: z.B.. Und das muss man ja nochmal deutlich sagen?

00:12:36: Sie arbeiten nach wie vor als Kaufmann in der IT-Technik und machen das nebenberuflich oder als zweiten Teil... Mittlerweile

00:12:44: erst einen Tag jetzt zwei Tage die Woche.

00:12:46: Ja, zweitage die Woche als Genesung geklärt hat.

00:12:50: Herr Denwoski, vielleicht können Sie noch mal ein bisschen konkretisieren.

00:12:52: Das fällt mir gerade auf weil ich meine Aufgabe als Moderator ist auch immer ein bisschen den Hörern und Hörer die dieses Thema nicht so kennen noch ein bisschen was transparent zu machen.

00:13:00: Sie machen das ja innerhalb der Stationsäquivalenten Behandlung.

00:13:03: Vielleicht können sie dazu einen kurzen Wort verlieren, was es eigentlich ist, was das bedeutet?

00:13:08: Und in dem nächsten Schritt müssen wir sagen Es gibt doch Sie als Experte und Ihre Ärztin-Kolleginnen und Kollegen wozu brauchst du denn Genesungsbegleiter in Ihrem Team?

00:13:17: Zu ersten Frage!

00:13:18: Derationsäquivalente Behandlung oder auch Stäb abgekürzt ist eine besondere Behandlungsform.

00:13:24: Ich hab die tatsächlich erst hier kennengelernt, als ich mich auf die Professorie in Bielefeld beworben habe und gehört habe, dass es sowas überhaupt

00:13:30: gibt.

00:13:31: Es ist die Möglichkeit, eine Behandlungen anzubieten für Patienten, die aus welchen Gründen noch immer die stationären oder auch eine rein ambulante Behandelung nicht aufsuchen können oder möchten.

00:13:43: Das sind auch Patienten, der nicht weniger schwer oder mehr schwer krank sind als Patienten, die gestatzt und näher oder auch ambulant behandeln.

00:13:52: Aber die einen Behandlungskonzept erfahren, indem sie sehr intensiv behandelt werden so als wären Sie auf Stationen.

00:13:58: Das bedeutet tägliche Kontakte, auch am Wochenende.

00:14:02: Es bedeutet das ein Team, ein mobiles Team von Ärzten Psychotherapeuten Ergotherapeutin Sozialdienst aber eben auch Gnesungsbegleiter wie Herr Hamann die Patienten aufsuchen.

00:14:13: Ich bin tatsächlich letzte Woche selber einmal mitgefahren Und ein Beispiel sind Patienten, die ich auch aus meiner früheren Tätigkeit im Münster kenne.

00:14:23: Patientinnen mit postpartaler Depressiverstörung.

00:14:25: Was

00:14:25: gar nicht so selten ist.

00:14:27: Die aufgrund eines kleinen Säuglinges um entsprechend damit ein hergehenden Versorgungsproblematik überhaupt nicht in der Lage wäre und stationär behandelt zu werden.

00:14:34: Also Postpartal heißt nach einer Geburt eine Depression entwickelt?

00:14:38: Ganz genau durchaus häufiges Phänomen die große Schwierigkeiten haben und die sicherlich auch wenig an Sichtbarkeit haben, weil sie mit dieser Situation von der Gesellschaft kaum gesehen werden.

00:14:50: Weil Sie müssten doch übertrieben vom

00:14:52: Mutterglück.".

00:14:53: Das ist so ein Beispiel für eine Indikation für eine stationsäquilente Behandlung.

00:14:58: Zur zweiten Frage, warum Genesungsbegleiter?

00:15:01: Die Antwort hat Ihnen Herr Hammangard gegeben.

00:15:04: Es ist eine Weisheit des Lebens dass man Wissen vermitteln kann.

00:15:09: also Was ist eine Depression?

00:15:11: Welche diagnostischen Kriterien gibt es, das Vorlesungbücher und so weiter.

00:15:15: Erfahrungen können sie zwar benennen aber nicht wirklich ermitteln wie es wirklich ist depressiv zu sein.

00:15:23: Das kann nur jemand verstehen der auch einmal solche Episode durchgemacht hat von ihrer genauso wie es nicht möglich ist wirklich zu vermitteln wie ist es Papa oder Mama zu sein?

00:15:33: Es gibt Leute die kennen diese Erfahrung, die kennen die Erfahrung nicht Und gerade dafür Patienten da in dieser Art und Weise das Gefühl vermittelt, dargesehen zu werden auf diese unmenschliche unmittelbare Art und Weise.

00:15:45: Das ist etwas was ein Genesungs-Türgleiter auf eine ganz andere Art und weise vermag wie ein Therapeut oder einen Pfleger der es jetzt noch nicht erfahren hat.

00:15:57: Herr Dr.

00:15:57: Hase als Vorstandsvorsitzende sind Sie ja zum einen Pastor Seelsorger aber eben auch in der Rolle des Ein Stück des Unternehmens und der Konom unterwegs mit ihren Vorstandskollegen.

00:16:09: Und sie müssen den Blick haben, dass all dieser Arbeit auch bezahlbar ist.

00:16:13: Jetzt ist es unter den gegenwärtigen Entwicklungen alles nicht so leicht und so einfach.

00:16:20: Hat Betel eine starke Stimme in der Politik?

00:16:23: In den nötigen Stellen zu sagen die Stimme denen zu geben, die Sie brauchen an dieser Stelle?

00:16:29: Man kann grundsätzlich sagen, wir haben schon eine starke Stimme und werden auch gehört.

00:16:31: Und es gibt unwahrscheinlich viele Kontakte auf Fach-Ebene oder in die Politik hinein, ob das kommunale Ebene ist, ob Landesebene und Bundesebene.

00:16:40: Da sind wir schon sehr gut vernetzt und unsere Expertinnen und Experten sind an vielen verschiedenen Stellen tätig und sind wirklich mit Kräften dabei unsere Anliegen einzubringen, trotzdem ist das kein Selbstläufer.

00:16:53: Ich bin mir begegnet manchmal so die Vorstellung ja der Dr.

00:16:55: Hase kann auch mal direkt beim Bundeskanzler anrufen und dann regeln wir das.

00:16:58: Also so einfach geht es natürlich nicht.

00:16:59: Das funktioniert nicht.

00:17:02: Somit schadet sich diese Vorstellung jetzt bei mir entzaubert.

00:17:04: Genau!

00:17:06: Wir haben wirklich harte Arbeit, die sehr viel argumentieren.

00:17:10: Aber wir sind auch an allen Diskussionen nah dran um dann mit den Möglichkeiten, die wir haben uns für die Menschen einzusetzen.

00:17:18: Denn es geht ja immer darum, dass wir im Blick nehmen und dass wir die Unterstützung leisten, die uns möglich ist.

00:17:27: Es ist nie alles möglich, das ist ja auch immer das Austarieren wo wir unsere Prioritäten setzen.

00:17:31: Aber ich glaube schon, dass wir ein hohes Ansehen in der Gesellschaft genießen und auch ein großes Angeszenen in der Politik und auch nie in der Wirtschaft.

00:17:38: Also das ist wirklich eine gute Basis da, an der wir unsere Arbeit entwickeln können.

00:17:44: Und dennoch bleibt in Zukunft so ein bisschen das Thema, sprechende Medizin wurde noch nie besonders gut finanziert.

00:17:49: Aber sie bleibt ein wichtiger Teil.

00:17:51: ist es etwas wovon haben Sie profitiert?

00:17:53: Wenn Sie so mal ein bisschen mitnehmen nur indem was Sie selber entscheiden in die Zeit wo Sie diese als Krise beschrieben haben wie viel Sie transbreit machen wollen.

00:18:00: aber Was hat Ihnen eigentlich so geholfen das durchzugehen und zu helfen Hilfe zu bekommen?

00:18:06: Entschuldigung

00:18:08: also.

00:18:08: am Anfang habe ich gedacht naja klar dass ist irgendwie Wenn man ins Krankenhaus geht, dann helfen einem Ärzte.

00:18:15: Da gibt es auch noch Psychotherapeuten.

00:18:17: Ich habe das gar nicht gesehen ... Also was für eine Teamleistung ist eben auch Pflege.

00:18:22: Psychiatrische Pflege also wie sich da so Manuel Zahnok geweitet hat und dass einfach ein gutes Gespräch oder dieses, ich glaube Karl Rotschers hat das mal gesagt ganz gehört werden.

00:18:35: Also das einem wirklich einer dass man etwas sagt, was man vielleicht noch nie gesagt hat.

00:18:41: Weil man sich dafür so schämt und man sich da eben so schwach oder unzulänglich fühlt.

00:18:47: Und dann sagt man das und jemand hört einem ganz ernst zu.

00:18:50: also ich glaube das ist wirklich das was wirklich am nachhaltigsten irgendwie so auf mich gewirkt hat.

00:18:58: Professor Danlowski Sie haben... Das ist ja ihr tägliche Arbeit mit Patientinnen und Patienten unterschiedlicher psychischer und psychiatrischer Erkrankungen unterwegs zu sein Und ich glaube, es ist ja ein Teil, den haben wir durchgehört des Menschen die betroffen sind mit einer Form sich auch der Stigmatisierung kämpfen.

00:19:14: Mit dem Thema ihrer eigenen Belastung aber in dem was ich von ihnen bisher wahrgenommen habe geht das hier auch immer und das ist auch ein Stück Forschungsthema von ihm um eine langfristige Begleitung und Unterstützung wie?

00:19:28: wir können Menschen möglichst auch in chronifizierten Erkrankungen autonom Ich weiß gar nicht, wie will man es sagen?

00:19:35: Zufrieden, glücklich leben.

00:19:36: Was ist denn, ich weiß gar nichts, was die richtigen Begriffe sind?

00:19:39: Bin ich sicher, ob ich Ihnen bei den richtigen Gegrifflichkeiten helfen kann.

00:19:41: Mir ist wichtig erst mal das großzumachen, was Herr Hamann gerade gesagt hat – die Psychotherapie aber auch in weiteren Sinnen die Gespräche mit Pflegenden und dem Sozialdienst, mit Genesungsbegleitern ist im allen medizinischen Leidlinien von Angsterkrankung bis Zwangsstörung eine tragene Säule der Behandlung.

00:20:01: Bei vielen Erkrankungen, gerade bei den Häufigsten ist es sogar die Wesentliche, wo Medikamente gar nicht indiziert sind.

00:20:09: Von daher ist das eine ganz wichtige Erfahrung, die Sie da gemacht haben, aber auch unsere Patienten tagtäglich machen und dass sie die Pflege da groß gemacht haben.

00:20:17: Das ist auch etwas was mir sehr wichtig ist.

00:20:19: Wir haben circa sechzig Ärzte bei uns im Haus, aber knapp fünfhundert Pflegende.

00:20:24: Und das hat auch seinen Grund, weil die tagtäglichen Gespräche einfach sehr, sehr wichtig sind.

00:20:29: Jetzt

00:20:30: haben Sie natürlich grad einen Wissenschaftler gefragt, was er denn so forrscht.

00:20:34: Das ist ein großer Fehler aber dann höre ich nicht mehr auf zu reden.

00:20:36: Ja, ich stoppe sie!

00:20:37: Vielen Dank.

00:20:38: Aber Bissen dürfen es uns heilen lassen?

00:20:41: Es ist halt so dass psychische Erkrankungen ganz ähnlich wie somatische Erkrankung sehr unterschiedliche Verläufe haben.

00:20:48: Da hat man einmal eine Krankheitsepisode die wird behandelt oder halt von alleine aus und die Patienten haben dann Ruhe und haben nie wieder eine Einschränkung dadurch.

00:21:00: Am anderen Ende Spektrums sind die sehr, sehr schwere Verläufe haben und auch zu dauerhaften Einschränkungen und Behinderung führen bis hin zum Tod.

00:21:08: Zum Beispiel durch Suizid.

00:21:10: Viele Erkrankungen bewegen sich irgendwo dazwischen.

00:21:14: Alle sind gut behandelbar alle sind gut in ihren Verläufen modifizierbar.

00:21:21: was wir aber nicht wissen ist bei ganz vielen Erkranken auch insbesondere beim wissenschaftlichen Steckenpferde Depressionen Das komplexe Zusammenspiel aus Lebensereignissen, biografischen Dingen, biologischen Prozessen im Gehirn.

00:21:36: Faktoren wie Arbeit, Faktorien wie Medikation und Psychotherapie zusammenspielen um den langfristigen Verlauf zu beeinflussen.

00:21:46: Warum gibt es Patienten die einmal eine Episode haben da geheilt und sogar gestärkt herausgehen?

00:21:52: nie wieder krank werden?

00:21:52: und andere haben immer wieder Episoden auch mit Einschränkungen dazwischen, die zur Einschrankung in der Teilhabe führen im Berufsleben, im Privatleben.

00:22:00: Das ist so Gegenstand einer langfristig angelegten Forschung.

00:22:04: das können Sie nicht im Querschnitt untersuchen denn sie unter Patienten von Station rekrutieren sondern da müssen sich Patienten über viele viele Jahre hinweg immer wieder einbestellen und entsprechend wissenschaftlich begleiten.

00:22:17: Nun kann ich mir vorstellen, Sie müssen mich gleich korrigieren wenn ich falsch liege.

00:22:20: Dass es für Menschen mit einer psychischen Erkrankung sicher auch wichtig ist neben der akutphase eine gute Begleitung zu bekommen medizinisch therapeutisch pflegirisch und so weiter dann aber möglichst auch wieder ins Leben zukommen in dem was wir leben nennen und das heißt auch in Arbeit.

00:22:38: Jetzt sind wir als Betel an so vielen Stellen auch Arbeitgeber.

00:22:41: Wir haben zum einen die Perspektive jetzt ein bisschen eingenommen unsichtbarer Erkrankung Patientinnen und Patienten, für die wir da sind.

00:22:47: Wir wissen aber auch dass wir viele Arbeitnehmer haben mit Erkankungen hier bei uns arbeiten, die gar nicht so sichtbar sind und für jeden deutlich.

00:22:57: Wir habe schon etwas herausgearbeitet.

00:22:59: wo ist es vielleicht zum Eignenschutz auch sinnvoll?

00:23:02: Und wo führt das aber auch dazu, dass ein Team das gar nicht somit kriegt?

00:23:05: Was ist Ihr Blick darauf in einer Vorsichtigkeit?

00:23:09: Auch jetzt kann ja nicht umfassend sein, weil das auch zu komplexes.

00:23:16: Aber wie ist Ihr Blick darauf in dem Wunsch und der Ermattung oder auch an dem, was wir da für ein Arbeitnehmer tun können?

00:23:22: Wir müssen ganz wichtig in Haltungsfarbe.

00:23:23: Das glaubt unser Anspruch im Betel sein muss, dass wir diese Krankheiten nicht zur Seite schieben oder sagen, es existiert nicht, weil wir es vielleicht auf den ersten Blick nicht wahrnehmen, sondern eine Sensibilität haben und miteinander leben und sagen, die sind aufmerksam.

00:23:36: Und haben auch ein Grundverständnis dafür, dass es eben diese Krankheiten gibt mit all ihren Folgen dann auch mit den Einschränkungen im Arbeitsprozess.

00:23:43: Dann gehört natürlich erst mal ein großes Vertrauen, dass man das öffnet, dass solche Krankheiten da sind, falls man das möchte.

00:23:50: Dass man dann im Prinzip auch gemeinsam

00:23:52: guckt

00:23:52: wie man denn Menschen nicht einen ran dringt sondern weiter in dem Arbeitsprozess behält je nach Möglichkeiten, in der Fähigkeiten und wie es da möglich ist.

00:24:01: Aber ich glaube dieses die Haltung dazu das muss unser Anspruch ein Betel sein dass wir da kein Thema mit Referentrand drücken sondern dass wir sagen das ist etwas was mit dem uns aktiv auseinandersetzen müssen auch nicht verneinen.

00:24:11: natürlich gibt es bei uns bei den vielen Kolleginnen Kollegen auch jede Form von Krankheiten und damit offen und transparent umzugehen Das muss eigentlich der erste Ansatz sein Übrigens vielleicht ergänzt.

00:24:21: ich glaube es ist ja auch schon in letzten Jahren gut auf den Weg gebracht.

00:24:24: Wir gehen jetzt im Herbst wieder auf die Woche der seligen Gesundheit zu.

00:24:26: das sind alles so Element, wo man sagt arbeiten wir auch aktiv dran um Kollegen zu ermutigen sich diesen Themen zu stellen damit auseinanderzusetzen.

00:24:34: Auch präsentiv was zu machen.

00:24:36: aber es geht ja vor allem darum für dieses Thema zu sensibilisieren und auch eben so eine Kultur des Miteinanders dazu entwickeln.

00:24:42: Ja also das würde ich noch mal gern vertiefen.

00:24:44: Woche seelischen.

00:24:45: Gesundheit ist ein unglaublich wichtiger Punkt geworden habe ich hier selbst beobachtet mit wahnsinnig vielen Angeboten wo Mitarbeiter und Mitarbeiter innerhalb ihrer Arbeitszeiten einen gewissen Slot bekommen und sagen können da kann nicht einer Veranstaltung teilnehmen, die angeboten wird zur eigenen Gesund- erhaltung.

00:25:01: Ganz vielfältig das ist ein schöner Punkt.

00:25:03: dann haben wir natürlich was immer wichtig ist weil welche betrieblichen Einrichtungen es ja gibt Betriebliches Gesundheitsmanagement und all diese Dinge die da sind und dennoch eine Haltung.

00:25:14: die können wir ja natürlich uns in den Lightbild schreiben in den Lightsaden Und ich will mal sozusagen ein bisschen so im Gespräch den Bettgei machen einer muss die Rolle ja mal übernehmen.

00:25:25: Es ist für Teams glaube ich auch nicht einfach, wenn Mitarbeiter da sind das muss man ja benennen können, die vielleicht krankheitsbedingt immer wieder ausfallen.

00:25:34: Was würden sie denn als Vorgesetzter oder Chef machen?

00:25:36: Wie würden Sie dann sagen so eine Haltung, die ich habe und wie lebe ich die denn und wie vermittel ich den in so einem Team?

00:25:42: Das muss man hier auch benennen dürfen.

00:25:44: es ist ja mitunter auch für ein Team gerade für ein kleines Team vielleicht eine Belastung, wenn man den Menschen auch nicht so einfach kompensieren kann oder die Arbeit, die der Mensch macht.

00:25:54: Die Personen kann man sowieso nicht kompensieren?

00:25:57: Der Arbeitgeber hat natürlich viele Funktionen an der Stelle.

00:25:59: zum einen ein Klinikbetrieb muss natürlich auch irgendwo laufen und das braucht Mitarbeiter, die gesund genug sind um sich dieser sehr herausfordernden Aufgabe, die auch eine große Belastung sein kann stellen zu können.

00:26:14: auf der anderen Seite ist Arbeit aber auch etwas was eine starke stützende Funktion hat es beides gleichzeitig je nach Umstand und um Feld.

00:26:24: Wir haben erst kürzlich eine Patientin gehabt oder ein Patienten, eine nonbinäre Person die mit schwerer Suizidalität auf Station gewesen ist auch einige Monate lang.

00:26:34: dort bestand der tatsächliche Dealbreaker dar drin dass wir der Person in der Arbeit vermitteln konnte.

00:26:42: das heißt Arbeit ist nicht nur etwas was schädlich ist sondern auch etwas was helfen kann, was stützen kann.

00:26:48: Was sinnstiftend sein kann, das eine Tagesstruktur vermitteln kann.

00:26:51: Ich sehe Sie nicken Herr Hammern.

00:26:53: diese

00:26:53: ambivalente Erfahrung haben sie sicherlich auch gemacht.

00:26:56: Das heißt was es als Arbeitgeber gilt zu schaffen ist einer Arbeitsatmosphäre eine Haltung zu vermittelen in der ein gesundes Arbeiten auch möglich ist.

00:27:08: Krankenstand darf nicht eine Stigmatisierung sein.

00:27:11: Wenn Menschen krank sind, ist das nichts, wofür sie auch noch bestraft gehören.

00:27:14: Das wäre eine Haltung die mit Sicherheit der Gesundheit nicht zuträglich ist und mindestens mittelfristig und ganz sicher langfristig zu weiterer Eskalation von Krankheit beitragen kann.

00:27:25: Und von daher ist ein achtsamer Umgang mit den Mitarbeitenden auch ein frühzeitiges Benennen, ein vorsichtiges Ansprechen falls etwas von dieser Unsichtbarkeit doch auch im Berufsalltag sichtbar wird.

00:27:36: Eine wirklich essenzielle Sache und es gelingt In dem Haus, in dem ich arbeite.

00:27:42: Aber ich glaube auch für ganz Betel sprechen zu können... ...in diesen Einrichtungen erstaunen nicht gut.

00:27:48: Gerade weil die Mitarbeitenden einen sehr feindfühligen Sensor dafür haben,... ...wann es einer Person nicht gut geht und wann eine Person wohl Hilfe brauchen könnte?

00:27:56: Ja dieses sowohl als auch.

00:27:59: Das kann ich sehr gut unterstreichen.

00:28:01: also dass mich Arbeit überfordert irgendwie das ich das überhaupt nicht mehr schaffe und gar nichts richtig weiß.

00:28:10: Also meine eigenen Strategien gar nicht mehr funktionieren.

00:28:15: Auf der einen Seite, aber auf einer anderen Seite eben auch das Arbeit und das merke ich jetzt als Genießungs-Buleiter zum Beispiel auch sehr viel Spaß machen kann dass ich mich morgen schon freue wenn ich finde hier hinfahren und dass es natürlich auch anspruchsvoll ist mit schwerkranken Menschen.

00:28:32: Also ich habe in der Ausbildung halt auch gelernt, wie ich gut auf mich selber aufpasse und das ist für mich sehr wichtig aber für alle Mitarbeiter Ja, also das sind schon so verschiedene Facetten.

00:28:43: Also arbeit ist tatsächlich beides kann belasten sein kann aber auch sehr erfüllend sein.

00:28:48: Ich

00:28:48: wollte nochmal nachhalten bis mir vor ein bisschen wieder nach hinten gerutscht.

00:28:51: Das wollte ich nämlich noch fragen wie mich das vorstellen muss.

00:28:53: Sie kommen da jetzt als Genesungsbegleiter also angenommen sie kommen zu mir Wir haben uns kennengelernt und ich sage mensch Da habe ich jemanden der hat eine ähnliche Erfahrung gemacht wie ich.

00:29:04: dass hilft mir auch eine Brücke.

00:29:05: Und dann was passiert dann?

00:29:08: Wie?

00:29:09: Was sind ihre metoden?

00:29:11: Erst mal ein Gespräch so, was schön ist wie gesagt in dieser aufsuchenden Behandlung zu Hause.

00:29:17: Man sieht gerade mit jungen Menschen wo es nicht immer so einfach ist im Alter zu sagen also gemeinsam das Gespräch zu finden.

00:29:23: Es geht ja erst einmal um so eine Beziehungsaufbau und dann macht man dann schon erstmal so ein bisschen, vielleicht auch ein bisschen Smalltalk an der Acht.

00:29:30: Sie spielen Minecraft irgendwie so.

00:29:33: Und dann macht mein Kind spielt das auch oder sie haben da D-Drucker.

00:29:38: Was machen sie denn so?

00:29:39: mal so einen Icebreaker schon einmal ganz gut, aber dann eben auch rauszukriegen was tut den ganz gut.

00:29:47: Ich hatte heute meine Erfahrung ist ich versuche die Menschen auch immer körperlich zu aktivieren zum Spaziergang und ich habe auch festgestellt dass es oft nebenan.

00:29:55: daher gehen und sich zu verhalten funktioniert oft besser als wenn man sich die ganze Zeit so anschaut.

00:30:02: Und die sagte ja, aber ich bin auch aufgrund der Erkrankung.

00:30:08: Das wäre bei ihr gar nicht so gut.

00:30:09: Sie wäre viel von den ganzen Reizen draußen, wer sie überfordert und könnte sich nicht mehr aus Gespräch konzentrieren.

00:30:16: Also das muss man erstmal so rauskriegen.

00:30:18: was ist so das Richtige?

00:30:20: Ich mache auch so alltagsnahe Sachen.

00:30:21: Ich gehe mit denen, die haben zum Beispiel Schwierigkeiten in Supermarkt zu gehen.

00:30:25: dann gehe ich mit denen mit und wir sagen, dass ich so ruhig vor der Tür warte soll ich sie begleiten?

00:30:29: oder wir lösen mal zusammen eine Bus- oder fahren mal ein bisschen mit dem Bus solche Sachen.

00:30:35: Also das sind dann so schöne, altersnahe Sachen die man machen kann.

00:30:38: Oder eben auch dass ich sage, ich biete ganz gerne noch meine Entspannungsübungen was ich selber in der Achtsamkeitskurs gelernt habe.

00:30:46: Ja also das ist jetzt vielleicht nicht so wie man sich das so einen Werkzeugkasten und so wie beim Therapeuten vielleicht so vorstellt.

00:30:55: Aber das sind schon ein bisschen Lebenserfahrungswerte.

00:30:59: Man merkt, was täte da jetzt gut.

00:31:03: Vielleicht auch mal eine Viertelstunde schweigen zusammen und bekommen gesessen mit den Patienten und haben in die Himmel geguckt.

00:31:10: War sehr intensiv.

00:31:13: Ich finde das unglaublich faszinierend!

00:31:15: Und man hört förmlich durch wie die Chance von dem, was wir vielleicht Heinungen nennen oder das, was möglich ist darin liegt... Herr Dr.

00:31:23: Hase, ich wollte nochmal fragen, wenn Sie das so hören?

00:31:25: Was geht Ihnen dabei durch den Kopf?

00:31:26: vor allem unter den Gedanken, dass es ja eigentlich ein echter Kontrapunkt zu dem eigentlichen System ist, was wir erleben, was sehr auf Kosteneffizienz aus ist und was die Dinge in Fälle einordnet und sagt... Und das hat auch seine Richtigkeit!

00:31:41: Ich will das nicht verteufeln weil die Dinge müssen bezahlbar bleiben und sie müssen messbar bleiben.

00:31:46: Aber das klingt alles sehr luxuriös, sich hinzusetzen und den Himmel zu gucken.

00:31:50: Und es mal sein und wilden zu lassen – so nützlich ist auch es!

00:31:53: Was geht Ihnen da durch den Kopf dazu?

00:31:55: Ich würde sagen, ich glaube, dass es auf keinen Fall luxuriöse ist.

00:31:58: Wir hören hier, was für die wertvolle es ist im Grunde diese Zeit zu haben, an der Seite der Menschen zu sein um mit ihnen ein Stück zu gehen.

00:32:05: Das ist ja genau das, was wichtig.

00:32:06: Natürlich ist die Sorge da, Reformen oder Sparprogramme, die wir jetzt auch politisch diskutieren und offenzukommen, dass genau diese Elemente wegfallen.

00:32:14: Und das unter einem vermeintlichen Optimierungsdruck dann solche Programme dann gekürzt werden, strichen werden oder diese Zeit wegfällt um das aber am Ende dann kontraproduktiv ist, dass wir dadurch dann im Grunde genommen vielleicht im ersten Moment meinen was zu sparen, aber im Grund genommen durch den nächsten Schritt in größeren Krankheitsbilder haben in der Gesellschaft stärkere Krankheiten als dass wenn man es vielleicht auch durch solche präventiven Programme und die Zeit, die da ist besser bearbeiten könnte.

00:32:43: Die Sorge ist auf jeden Fall da und die ist jetzt nicht nur im Krankenhausbereich sondern in allen Arbeitsschulungen.

00:32:50: Wir haben das eigentlich in den letzten Jahren gelernt wie wertvoll es ist solche Zeiten zu haben und Begleitung anbieten zu können.

00:32:57: Und wenn gerade daran gedreht wird, kann das schon auch Markante und tiefe Folgen haben.

00:33:02: Die Sorge angehen wir um.

00:33:03: die Bäume wachsen nicht schneller, wenn man dran zieht oder Haarel oder so.

00:33:10: Wenn der Bundesgesundheitsminister zu Ihnen käme und sagen würde Herr Dein Lofsky jetzt erzählen Sie mir doch mal wie wir es am besten machen sollten ich weiß wir gehen ja ein bisschen in fantastischen Bereich aber ist ja mal erlaubt Würden Sie das zustimmen und sagen, genau das müssten wir eben auch ein bisschen erzählen.

00:33:24: Wie gerade psychiatrische und psychische Medizin in Zukunft begleitet werden soll?

00:33:28: Wir können es ja immer noch ein bisschen fokussieren.

00:33:31: Es ist alles viel größer und es gibt viele Bereiche.

00:33:34: Ja ich würde dann Hase nur sekundieren können.

00:33:37: Denn es ist genauso wie Hase sagt dem Moment in dem gerade dort, gerade bei den unsichtbaren Erkrankungen gespart wird sieht man ja nicht.

00:33:47: glaube ich, dass wir mittelfristig und dankfristig uns viel größere Probleme einkaufen.

00:33:51: Psychische Erkrankungen sind hochprävalent in der Bevölkerung.

00:33:54: Dreißig Prozent der Bevölkerungen kamen im Laufe ihres Lebens eine veritable psychische Ererkrankung.

00:34:00: Von den Hammern wissen wir das aber von den übrigen sechs hier im Raum kann man durchzählen haben wir rein statistisch zwei weitere die entweder eine psychische erkrankung haben hatten oder noch bekommen werden und das ist wirklich wirklich viel was man weiß.

00:34:13: es ist eine frühzeitige Behandlung die auch ausreichend effektiv ist.

00:34:17: ein guter Schutz ist, gerade um solchen Langzeitverdäufeln über die wir eben gesprochen haben auch vorbeugen zu können und solche Chronifizierungen zu vermeiden.

00:34:26: Das wissen wir aus dem Bereich der Depressionen, aus den Bereichen der Angststörung und bei vielen anderen Erkrankungen

00:34:31: auch.

00:34:33: Wenn mir jetzt einmal – das würde ich dem Gesundheitsminister versuchen zu erklären – davon ausgehen dass das Gespräch, das therapeutische Gespräch oder das pflegere Gespräch eine so wichtige Säule ist Ein Patient, der stationär in eine Regelbehandlung, also in eine ganz normale Behandlung eingruppiert wird.

00:34:53: Eine Finanzierung dahinter gelegt hat um eine Therapieeinheit pro Woche durch ein Arzt oder einen Psychotherapeut zu bezahlen.

00:35:00: Eine Therapie-Einheit sind in fünfundzwanzig Minuten Gespräch pro Woche.

00:35:05: dass aber ein Patient, der beispielsweise in einer Privatklinik aufgenommen wird hier eine andere Finanzierungsmodalität hat wo jedes Gespräch bezahlt wird.

00:35:13: In aller Regel irgendwas zwischen sechzehn und zwanzig Therapieanheiten pro Woche hat.

00:35:18: Da sehen sie den Unterschied das machen die ja nicht einfach nur um Geld damit zu verdienen soll.

00:35:22: mal Sie wissen das hilft den Patienten wirklich auf eine ganz ganz andere Art und Weise als wenn man mit diesen Ressourcen so begrenzt ist.

00:35:29: Das sind Dinge die ich dem Gesundheitsminister sagen würde.

00:35:33: Ja, wir haben ja immer in diesem Podcast nur eine gewisse Zeit zur Verfügung und ich bin dankbar dass einem fokussierten Thema deutlich wird wie vielfältig doch die Arbeit den Betel ist.

00:35:44: Und wie es ein Mühen um den Weg an den Menschen ist Medidien unterwegs zu sein.

00:35:49: Ich erlebe das kann ich gerade mal sagen als einen sehr heilsamen Blick in all den Gesprächen die wir grade so mit der politischen Stimmung auch der gesellschaftlichen Stimmung führe Und danke Ihnen für das gemeinsame Gespräch.

00:36:01: Ich habe jetzt aber gleich noch eine Schlussfrage für jeden, bevor Sie sich zu früh aufatmen.

00:36:06: Aber finde das nochmal ganz wichtig, dass mir das gerade nochmal so deutlich wird.

00:36:09: Also natürlich ist die Psychiatrie schon immer ein Kerngeschäft Betels gewesen von Anfang an ganz wichtig.

00:36:15: Aber wie sich das eben auch durch die Hundertsechzig Jahre bald hindurch bewahrheitet hat und wichtig ist es wir den Menschen eine Stimme geben um sie da sichtbar machen wo es ihn nützt und wo sie gut davon profitieren können.

00:36:29: Und das scheint mir ja.

00:36:30: irgendwie haben wir sicher nicht bei allen, aber es scheint mehr als würde dieser gesellschaftliche Konsens nicht mehr ganz stabil sein und wir haben – und das tun Sie an Ihren Stellen viel dafür, dass das selbstverständlich bleibt!

00:36:41: Dafür erstmal vielen Dank.

00:36:43: So jetzt für jeden noch eine kleine Schlussfrage die Fragen kennen sich schon, aber diesmal werden sie anders umgestellt.

00:36:49: Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nichts falsch mache.

00:36:51: Herr Doktase als Kind wollte Ich

00:36:53: Schieferer, Schie-Profi werden

00:36:55: Und worin ist das nun gescheitert?

00:36:57: Ich war nicht

00:36:57: schnell genug.

00:36:58: Zivildienst

00:36:59: gemacht

00:36:59: haben!

00:36:59: Nein,

00:37:00: ich war einfach nicht schnell und bin gut genug... ...und die Berge waren zu weit weg.

00:37:04: Ja, gut aber schön ist dass Sie ja jetzt in dem was Sie jetzt machen gut sind und das ist doch wunderbar.

00:37:09: Herr Danlowski manche Menschen sammeln Briefmarken.

00:37:12: Ich sammle

00:37:12: Pilsse.

00:37:13: Pils ist gerade genau die richtige Jahreszeit.

00:37:16: Dann hoffe ich finden sie vielleicht noch ein paar und wünsche Ihnen heute einen guten Appetit.

00:37:20: und Herr Hamann zu meinem Beruf bin ich gekommen.

00:37:23: weil

00:37:24: Zu welchem?

00:37:25: Ja, das bleibt die Übergaste.

00:37:29: Also ich bin schon ein Spielkind mit Technik so und das macht mir immer noch Spaß.

00:37:37: Ich bin schon über das, was ich als heilsamer erfahren habe.

00:37:41: Das Gespräch darüber bin ich auch zu meinem zweiten Beruf gekommen, nämlich Menschen sprechen.

00:37:53: Vielen Dank für diesen Deep Talk an dieser Stelle, für den Moment.

00:37:56: Herzlichen Dank, dass Sie gekommen

00:38:03: sind!

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